Trotz Corona: Adventslichter erfüllen vor Weihnachten kleine Wünsche

Spendenaktion

Das Corona-Jahr 2020 hat viele Menschen noch einsamer oder ärmer gemacht, als sie es vorher schon waren. Und gerade in schwierigen Zeiten sind die „Adventslichter“ für viele ein Lichtblick.

Dorsten

, 29.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch in diesem Jahr starten Dorstener Zeitung und die Wohlfahrtsverbände die Aktion „Adventslichter".

Auch in diesem Jahr starten Dorstener Zeitung und die Wohlfahrtsverbände die Aktion „Adventslichter". © Grafik: Leonie Sauerland

Die Dorstener Zeitung macht wieder gemeinsame Sache mit den Wohlfahrtsverbänden, wenn sie ab dem 1. Dezember 2020 zur traditionellen Adventslichteraktion aufruft: Jeden Tag veröffentlichen wir bis zum 24. Dezember einen anonymisierten Hilfefall, der von den Aktionspartnern ausgewählt wurde. AWO, Caritas, Kinderschutzbund, Sozialdienst katholischer Frauen, Kinder-, Jugend- und Familienzentrum, Lebenshilfe, Mobile Jugendhilfe und andere Verbände machen mit. Denn sie wissen am allerbesten, wer in Dorsten Hilfe braucht.

2019 hat die Aktion ein Rekordergebnis erzielt

Im vergangenen Jahr kam bei der Aktion ein Rekordergebnis zusammen: Fast 60.000 Euro wurden von den Dorstenern für die „Adventslichter“ gespendet. So schön, wie das ist: Es ist aber nicht allein das „dicke Geld“, das zähle, wie Andrea Schlüter vom Caritasverband als Organisatorin betont. Viel wichtiger sei der Sinn, der dahinter stecke: Zu Weihnachten den Menschen eine kleine Freude zu bereiten, ihnen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern und ein Lichtblick in schweren Zeiten zu sein.

Im vergangenen Jahr hatte es ein Rekordergebnis gegeben.

Im vergangenen Jahr hatte es ein Rekordergebnis gegeben. © Bianca Glöckner (A)

Und gerade die Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen bereite den Menschen zusätzliche Probleme. Christiane Wittek von der AWO berichtet: „Viele unserer Kunden sind von Armut bedroht. Bei vielen von ihnen spielt auch die Summe der Belastungen eine große Rolle. Sie sind krank, behindert, alt, einsam - und jetzt kam auch noch Corona: Viele unserer Klienten müssen Kurzarbeit hinnehmen oder verlieren ihren Arbeitsplatz. Die finanziellen Probleme werden immer größer. Und oft sind die Senioren durch fehlenden Kontakt zu ihren Angehörigen von großer Einsamkeit betroffen.“

Kleine Geschenke machen große Freude

Oft sind es dann die kleinen Geschenke, die große Freude machen. Christiane Wittek etwa macht das an einem Fall aus dem vergangenen Jahr fest. Sie erzählt: „Bei der letzten Adventslichteraktion wünschte sich eine Seniorin, dass sie ihre Freundin mal ins Restaurant einladen kann. Wir erhielten auf dieses Adventslicht viele Reaktionen, mehrere Spenden für Restaurants und Cafés. Trotz Corona konnten die Gutscheine eingelöst werden und somit ein regelmäßiges Treffen der Freundinnen stattfinden. Es war eine große Freude für beide. Leider ist eine der Frauen mittlerweile schwer erkrankt und lebt jetzt in einem Seniorenzentrum. Daher freue ich mich für die beiden umso mehr, dass sie unseren Spendern diese schönen Zweisamkeiten zu verdanken haben.“

Mir diesem Brief bedankte sich im vergangenen Jahr ein Mädchen bei der Caritas für ein Fahrrad.

Mir diesem Brief bedankte sich im vergangenen Jahr ein Mädchen bei der Caritas für ein Fahrrad. © privat

Ein Fall stimmte sehr nachdenklich

Und auch ein weiterer Fall aus dem vergangenen Jahr macht Christiane Wittek nachdenklich: „Eine Seniorin wünschte sich auf Nachfragen ‚nichts‘. Sie lebt von einer kleinen Rente und möchte niemanden anbetteln. Sie sagte: ‚Ich muss mich einfach einschränken. Manchmal habe ich Appetit auf Pralinen oder andere Spezialitäten. Aber das ist mir einfach zu teuer.‘ Und dann haben die Spender für eine große Überraschung gesorgt. Die 92-jährige Seniorin bekam einen Korb mit Pralinen und vielen anderen Spezialitäten. Sie hat sich sehr gefreut, wollte gar nichts davon essen. Sie hat es zunächst allen Pflegeschwestern gezeigt, bevor alles geplündert wurde. Überraschenderweise hatte sich eine Spenderin im August noch einmal gemeldet und für die Seniorin 50 Euro überwiesen. Sie hat sich dafür Schuhe und Pralinen gekauft. Die 92-Jährige hat mich immer wieder gefragt: Warum ich? Warum habe ich das Glück, so unterstützt zu werden?“

Den beteiligten Wohlfahrtsverbänden ist es auch ganz wichtig zu betonen, dass alle Sach- und Geldspenden direkt bei den Bedürftigen vor Ort ankommen. Es gehe nichts an die Vereine und Verbände, versprechen sie.

Übrigens: Spendenbescheinigungen stellen die Aktionspartner erst ab 200 Euro aus.

Hier alle Fälle zum Nachlesen, einfach auf die roten Punkte klicken:

ADVENTSLICHTER-AKTION 2020

So funktioniert`s

  • Vom 1. Dezember bis zum Heiligen Abend veröffentlichen wir an jedem Erscheinungstag eine (samstags zwei) Schilderung über eine konkrete Notlage oder einen konkreten Wunsch, zum Schutz der Betroffenen in anonymisierter Form.
  • Jeder der insgesamt 24 Fälle bekommt eine Fall-Nummer. Wer Sach- oder Geldspenden einem bestimmten Fall zukommen lassen möchte, nennt auf seiner Überweisung einfach diese Nummer. Aber auch finanzielle Spenden für die Gesamtaktion, die dann gerecht verteilt werden, sind willkommen. Die Konto-Nummern veröffentlichen wir mit den Fällen. Unter jedem Fall ist ein zuständiger Ansprechpartner vermerkt.
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