Alles anders bei der Blutspende in Dorsten - aber erfolgreich

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Der Blutspendedienst braucht Hilfe. In Dorsten fanden diese Woche deshalb zwei Spendentermine statt. Die Verantwortlichen sorgten sich vorher, letztlich wurden sie positiv überrascht.

Dorsten

, 11.07.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der DRK-Stadtverband Dorsten hat in dieser Woche erstmals zwei Blutspendetermine in der Haldenwangschule angeboten. Dienstag und Mittwoch wollten insgesamt 174 Dorstener ihr Blut spenden; 150 Spenden entnahmen die Helfer schließlich. Dieses Mal war alles ein bisschen anders als gewohnt.

Neue Anmeldung über das Internet funktionierte gut

Die Leiterin des Blutspendeteams, Eva Rzepucha, zieht trotzdem eine positive Bilanz."Ich dachte erst, dass es kritisch werden könnte wegen der Onlineanmeldungen", gesteht sie, denn wegen Corona mussten sich Spender vor dem Besuch einen festen Termin im Internet buchen. Da Spender in der Regel älter seien, hatte Rzepucha Sorge, dass die regelmäßigen Spender nicht zurecht kämen mit dem neuen Verfahren. Aber sie wurde eines Besseren belehrt: "Sie haben sich tapfer geschlagen."

Die Örtlichkeiten der Haldenwangschule in Hervest stellte die Stadt dem DRK zur Verfügung. "Dafür sind wir sehr dankbar", so Friedhelm Koch, Geschäftsführer des DRK Dorsten. Die Schule sei optimal gewesen, um das geforderte Einbahnstraßensystem zu installieren.

Jede Viertelstunde wurden fünf Spender nach der Temperaturmessung und Händedesinfektion ins Schulgebäude geleitet. Danach ging das gewohnte Prozedere los, bloß mit Mundschutz: die Erfassung der Daten, Ausfüllen des Fragebogens, Arztgespräch. In der Sporthalle fand die eigentliche Spende statt. Mit "wirklich großem Abstand" hatten die DRK-Mitarbeiter die Liegen für fünf Spender aufgestellt.

Viele Erstspender überraschten die DRK-Helfer

Besonders freut Koch, dass es dieses Mal viele Erstspender gab - 18 am Dienstag und zwölf am Mittwoch. "Das ist viel. Und es waren jungen Leute", betont Rzepucha. Das sei nicht selbstverständlich. Nicht nur, dass die Spendenbereitschaft nachlasse, auch der Spender-Nachwuchs fehle. "Ich hoffe, dass die Erstspender dabei bleiben", wünscht sie sich deshalb.

Erfreulich außerdem: Es gibt Helfer-Nachwuchs. Zwei 16-Jährige halfen beim Termin mit, indem sie die Care-Pakete, die das gewohnte Kaffeetrinken nach der Ruhepause ersetzen, mitpackten.

Corona und Urlaub verschärfen die Situation

Wie ernst die Lage ist, meldete unlängst das Deutsche Rote Kreuz. Im Westen habe es dieses Jahr fast 35.000 Blutspenden weniger als im Vorjahr gegeben. Corona-Pandemie und Ferienzeit würden die Situation verschärfen, heißt es. In den Regierungsbezirken Detmold und Münster mussten über 250 ursprünglich geplante Termine gestrichen werden, das entspricht fast 10.000 Blutkonserven.

Thomas Zeiler, Ärztlicher Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienst West, appelliert: "Das Blutspendewesen benötigt dringend regelmäßige Blutspender – jetzt so dringend, wie noch nie."

Wenngleich die Spende zwar nicht auf Corona, wohl aber auf andere Infektionskrankheiten getestet werden, bestehe keine Gefahr einer Ansteckung. "Blutübertragungen (Bluttransfusionen) sind für die Patienten nicht gefährlich auch dann nicht, falls ein Blutspender erkrankt gespendet haben sollte", heißt es seitens des DRK. Blutspendetermine in Wohnortnähe und weitere Informationen gibt es im Internet unter www.blutspende.jetzt.
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