Neue Ratsfrau der CDU Dorsten bestürzt: UBP wirft ihr „rechtes Gedankengut“ vor

hzParteien-Ärger

Nadja Pleßmann hat die Unabhängige Bürgerpartei (UBP) in Dorsten verlassen und ist jetzt Ratsmitglied der CDU. Ihre alte Partei macht ihr schwere Vorwürfe und rückt sie in die rechte Ecke.

Dorsten

, 01.08.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nadja Pleßmann hat eine neue politische Heimat gefunden. Die bisherige Fraktionsvorsitzende der UBP im Dorstener Stadtrat hat sich der CDU angeschlossen und verschafft den Christdemokraten bis zum Ende der Legislaturperiode die absolute Mehrheit.

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Tobias Köller, Kreisvorsitzender der Unabhängigen Bürgerpartei, wirft seiner ehemaligen Parteikollegin „undifferenziertes rechtes Gedankengut“ vor. „Die UBP hat Frau Pleßmann in den letzten Wochen einen Austritt mehrfach nahegelegt und ihr zu verstehen gegeben, dass sie bei der Aufstellung zur Kommunalwahl 2020 keine Perspektive besitzt“, teilte Köller mit. „Grund dafür waren zum einen die fehlende konstruktive Oppositionsarbeit im Rat der Stadt Dorsten sowie Äußerungen im Bereich der Integrationspolitik, die aus Sicht der UBP keinen Platz im demokratischen Parteienspektrum mehr hatten.“

„Einen Parteiausschlussverfahren zuvorgekommen“

Konkrete Beispiele nannte Köller auch auf Nachfrage nicht. Der Kreisvorsitzende teilte lediglich mit, dass Nadja Pleßmann sich „mehrfach, sowohl bei Parteitreffen wie auch bei Vorstandssitzungen so geäußert“ habe, dass ihn Vorstandsmitglieder aufgefordert hätten, ein persönliches Gespräch mit Nadja Pleßmann zu führen. „Das hat sie mehrfach abgelehnt.“ Mit ihrem Wechsel zur CDU sei die 41-Jährige einem Parteiausschlussverfahren zuvorgekommen.

Nadja Pleßmann äußerte sich bestürzt über die Vorwürfe und wies sie am Mittwoch entschieden zurück. „Das trifft mich völlig überraschend. Ich hatte zu Herrn Köller seit Dezember 2018 keinen Kontakt mehr.“ Die Aufforderung zu einem Gespräch habe es nicht gegeben. Sie sei auch nicht rechtsradikal, habe in Dorsten sogar in einer Strickgruppe mitgewirkt, die deutsche und türkische Frauen zusammenbringt. „Diese Vorwürfe tun weh, aber das ist wohl die Absicht von Herrn Köller.“

CDU kontert Kritik der UBP

Kritik übte der UBP-Kreisvorsitzende auch an der CDU, die Pleßmann „ganz konkrete Lockangebote“ unterbreitet habe, um sich „aus reiner Machtperspektive“ die absolute Mehrheit im Rat zu sichern. „Die CDU hat gezeigt, dass ihr die Mehrheit im Rat wichtiger ist als das rechte Gedankengut ihrer neuen Fraktionskollegin.“

CDU-Pressesprecher Ludger Samson reagierte prompt. Es existierten keinerlei Zusagen für einen Wahlkreis in Dorsten, teilte er mit, rechtes Gedankengut sei seiner Partei in keinem der Gespräche mit Nadja Pleßmann aufgefallen. „Im Gegensatz dazu agiert die UBP in Recklinghausen mit ihrer Rhetorik regelmäßig bis an die Grenze zum Rechtsradikalen.“

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