Tempo 30 auf Luisenstraße und auf Bismarckstraße beibehalten? Stadt will das nicht

hzUmstrittene Geschwindigkeitsbegrenzung

Tempo 30 auf der Luisenstraße und Bismarckstraße haben sich bewährt. Das sagen Anlieger. Die Stadt sieht das anders und will eine höhere Geschwindigkeit erlauben. Dafür gibt es Gründe.

Dorsten

, 12.11.2019, 16:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Erneuerung der Luisenstraße sollen – so die bisherigen Überlegungen der Stadtverwaltung – die beiden Tempo-30-Bereiche auf der Bismarck- und der Luisenstraße abgeschafft werden. Dann soll auf beiden Straßen das innerörtliche Tempolimit 50 gelten. Das ist mit den Anwohnern nicht zu machen. Sie kämpfen um weiterhin gedrosselte Geschwindigkeiten des Fahrzeugverkehrs.

„Wir möchten die Beibehaltung von Tempo 30, das hat sich bewährt“, sagt Gerd Schute. Der Anlieger der Luisenstraße hat für diese in einem Positionspapier untermauerte Forderung viel Beifall auf der letzten Versammlung der Initiative Zukunft Marienviertel (IZM) erhalten. Die Luisenstraße und die Bismarckstraße sind Zubringerstraßen im Viertel.

Luisenstraße und Bismarckstraße sind Vorbehaltsstraßen

Die Stadt beurteilt die Situation aber anders und plädiert dafür, die 30-km/h-Regelung an der Luisenstraße und der Bismarckstraße aufzuheben, sobald die Luisenstraße saniert worden ist. Stadtsprecher Ludger Böhne sagt zum Thema auf Anfrage: „Der Verkehrsplanung ist bewusst, dass Tempobeschränkungen von Anwohnern gewünscht werden. Dies steht aber im Widerspruch zu der Notwendigkeit, Verkehr in einem Stadtgebiet auf wichtigen Straßen auch mit der gebotenen Zügigkeit fließen zu lassen, da eine Einbremsung des Verkehrs im gesamten Stadtgebiet letztlich von den Autofahrern nicht akzeptiert würde.“

In den Augen der Verkehrsplaner seien Luisenstraße und Bismarckstraße Straßen im Vorbehaltsnetz. Heißt: Wenn Hauptverkehrsadern wie die Borkener Straße verstopft sind, kann und soll der Verkehr über die Nebenwege wie Luisenstraße und Bismarckstraße abfließen.

Tempo 30 macht keinen Sinn mehr

Und dann solle der Verkehr auch zügig fließen, was nach dem Umbau der maroden Luisenstraße aus Sicht der Stadt möglich ist. Sie nennt aber auch noch weitere Gründe, warum Tempo 30 keinen Sinn mehr mache: „Die Begrenzung auf 30 km/h an der Bismarckstraße ist bereits von 1975 eingerichtet worden. Grund war seinerzeit die Schulwegsicherung für die Gerhart-Hauptmann-Realschule“, so Ludger Böhne. Die GHS existiert aber nicht mehr.

Gründe für die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Luisenstraße seien ebenfalls entfallen. „Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf dem 1. Abschnitt der Luisenstraße ab Kreuzung Bismarckstraße bis zur Hambachbrücke wurde am 15.8.1988 angeordnet. Formal war nach Blick in die Akten seinerzeit eine Ausweitung der Schulwegsicherung auf Antrag der damaligen Leitung der Wichern-Grundschule der Anlass.“ Auch die Wichern-Grundschule ist mittlerweile Geschichte.

Nichts spricht gegen 30 km/h, nichts für 50 km/h

Argumente, die aus Sicht der Marienviertel-Bewohner nicht zählen: „Tempo 50 würde wohl geradezu als Einladung zur Nutzung dieser Abkürzung missverstanden“, fürchten sie. Auf Einladung der Luisenstraßen-Bewohner war die SPD-Ratsfraktion vor Ort zu Gast. Ihr wurde das Positionspapier ausgehändigt, das auch den anderen Ratsfraktionen zugänglich gemacht werden soll, wie Gerd Schute sagt. Fazit der SPD vor Ort: „Es spricht nichts gegen die Beibehaltung von 30 km/h, und nichts für die Einführung von 50 km/h.“

Das letzte Wort ist nicht gesprochen: „Die Fachausschüsse müssen sich damit befassen“, so Gerd Schute. Die Initiative Zukunft Marienviertel könne sich vorstellen, dass mit der neuen Bebauung auf dem Gelände der ehemaligen Realschule auch ein innerörtliches Verkehrskonzept für das Marienviertel erarbeitet werde. Ziel der Bewohner: eine allgemeine Tempobegrenzung auf 30.

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