Der Graf von Merveldt baut das Michaelisstift um - Zeit für was Neues

hzUnter Denkmalschutz

Das Michaelisstift hat Mönche und Nonnen, Flüchtlinge, Alte und Kranke und Kinder beherbergt. Container vor dem Michaelisstift Lembeck weisen darauf hin: Hier ist wieder was im Busch.

Lembeck

, 27.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als 300 Jahre ist das Michaelisstift an der Rhader Straße in Lembeck-Endeln alt. Das Haus hat schon viele Bewohner gesehen. 40 Jahre lang konnte der jetzige Lembecker Graf und Eigentümer, Ferdinand von Merveldt, das rege Kommen und Gehen in einem seiner Häuser und dem seiner Vorväter selbst beobachten.

Das Michaelisstift der Grafen von Merveldt an der Rhader Straße in Lembeck-Endeln wird umgebaut. Fünf Wohnungen sollen entstehen.

Das Michaelisstift der Grafen von Merveldt an der Rhader Straße in Lembeck-Endeln wird umgebaut. Fünf Wohnungen sollen entstehen. © Guido Bludau

„Mönche und Nonnen haben dort gewohnt. Es war mal Krankenhaus und Kinderheim. Und auch alte Menschen sind dort gepflegt worden“, sagte von Merveldt auf Anfrage unserer Zeitung. Zuletzt war das Michaelisstift eine Flüchtlingsunterkunft und steht seit Längerem leer.

Ein Container vor dem denkmalgeschützten Gebäude weckt seit Wochenbeginn die Neugierde der Lembecker. Der Graf ergriff deshalb am Dienstag von sich aus die Initiative und sagte auf unsere Anfrage: „Bevor Gerüchte kursieren: Das Michaelisstift wird umgebaut.“ Fünf Wohnungen sollen in dem Gebäudekomplex entstehen.

Erste Baubesprechungen haben stattgefunden

Am 13. Mai habe am Michaelisstift die erste von regelmäßigen Baubesprechungen stattgefunden. Beteiligte waren die Stadt Dorsten mit der Unteren Denkmalbehörde, der Statiker und Brandschutzingenieur Sondermann, das begleitende Architekturbüro Risthaus und die Bauherrin St. Michael GmbH der gräflichen Familie. „Ich freue mich, dass so viele Lembecker Beteiligte den Umbau begleiten“, so Ferdinand von Merveldt. Sie hätten einen besonderen Bezug zu der Baumaßnahme, ist der Graf sich sicher.

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Seit März liegt der St. Michael GmbH die Baugenehmigung für den Umbau des Hauses in fünf Wohnungen vor. Eine reizvolle, aber auch aufwändige Aufgabe für alle Beteiligten. „Erst einmal müsse Rigipswände und Tapeten, Teppiche und PVC-Böden entfernt werden“, so der Graf. Wegen der Denkmalschutzauflagen dürfen diverse Baubestandteile aber nicht verändert oder abgerissen werden.

Interessante Gebäudesubstanz

Die Gebäudesubstanz besteht aus Fachwerk, aus Sand- und Ziegelsteinen. Im Haus gibt es Böden aus Eichenholz. All das sei erhaltenswert und mache den besonderen Charme des Hauses aus. „Wir wollen so gefühlvoll wie möglich entkernen“, verspricht von Merveldt. Fachwerk sei in einer Wohnung zeitweise unerwünscht gewesen, jetzt aber wieder angesagt. Und gusseiserne Heizkörper finde man auch nicht allerorten, wohl aber im Michaelisstift. Nach dem Umbau verströmen sie wohlige Wärme in den Wohnungen.

Der Graf rechnet damit, dass die gesamte Umbauzeit etwa zwei Jahre betragen wird. Das alles sei ein sportlicher Zeitplan, denn: „Vor der Hacke ist es dunkel, wir wissen noch nicht genau, was uns alles erwartet.“

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