Unzählige Zigarettenkippen auf dem Boden verschandeln die neue Fußgängerzone in Dorsten

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Passanten ärgern sich über die vielen weggeworfenen Zigarettenkippen in der neu gepflasterten Lippestraße in Dorsten. Die Stadt will nun tätig werden - das könnte teuer werden.

Dorsten

, 24.08.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die neu gepflasterte Lippestraße lässt erahnen, wie schön auch der Rest der Fußgängerzone nach der Sanierung aussehen wird. Einen Wermutstropfen gibt es aber - und der stößt vielen Bürgern böse auf: Die unzähligen Zigarettenkippen, die nicht wenige Raucher auf den Boden werfen und die das Bild verschandeln.

„Einfach asozial“

„Die stehen hier herum und sind zu bequem, zum nächsten Aschenbecher zu gehen und da ihre Zigaretten auszudrücken“, schimpfte am Freitag ein Rentner über solche Raucher. Vor allem in den schmalen Regenabflussrinnen liegen die Stummel, auch die neuen Baumscheiben sind mit den Glimmstängeln bedeckt - und das sorgt auch in Sozialen Medien für Unmut. „Wer Kippen auf den Boden schmeißt, ist einfach asozial“, schrieb unlängst eine Facebook-Nutzerin.

Keine Kehrmaschine

Ein anderer Diskussionsteilnehmer sieht aber auch die Stadtverwaltung in der Pflicht. Er bemängelte, dass „man die Kehrmaschine der Stadt schon seit Wochen nicht mehr in der Innenstadt sieht“. Damit hat er recht: „Das Überfahren des neuen Pflasters durch eine Kehrmaschine ist noch nicht möglich“, erklärt Bürgermeister-Referent Karsten Hartmann auf Anfrage. „Es müssen sich erst noch die frischen Fugen setzen.“ Entsorgungsbetrieb und Tiefbauamt würden aber derzeit an einer Übergangslösung für die Beseitigung der Zigarettenabfälle arbeiten.

Mehr Kontrollen

In den Facebook-Diskussionen wird gefordert, mehr Ordnungspersonal in der Innenstadt einzusetzen und Geldstrafen zu verhängen. Das hat die Stadt nun vor: Es soll erhöhte Kontrollen des Ordnungsamtes geben, die Verursacher sollen mit Bußgeldern belegt werden, so Karsten Hartmann. Wer auf frischer Tat ertappt werde, müsse zehn Euro zahlen, Wiederholungstäter bis 25 Euro.

Das könnte bald sogar noch deutlich teurer werden. Denn die Landesregierung arbeitet an einem „Bußgeldkatalog Umwelt“, demnach soll eine auf der Straße entsorgte Zigarette künftig 100 Euro kosten. Die Zigarettenstummel stellen ein großes Problem für die Umwelt dar: Der Abbau der Filter kann bis zu 15 Jahre dauern. Außerdem enthalten sie Schadstoffe wie Kupfer, Arsen und Blei. Das belastet Böden und Grundwasser.

Eingebaute Aschenbecher

Auch der CDU Altstadt ist kürzlich bei einem Innenstadt-Rundgang über die weggeschnippten Zigaretten „gestolpert“. Vorstandsmitglied Siegfried Paul: „Viele Raucher scheinen nicht zu wissen, dass sich in den neuen Papierkörben extra eingebaute Aschenbecher befinden.“

Die Abfalleimer deshalb eigens mit Hinweisschildern zu versehen, ist nach Worten von Karsten Hartmann „ein pragmatischer Ansatz, den wir jedoch nicht verfolgen werden“. Die Aufsätze auf den Mülleimern seien als solche unproblematisch erkennbar: „Es liegt hier schlicht an der Faulheit der Menschen, diese nicht zu nutzen.“

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