Ursulinen-Stiftung hat in Dorsten Neubaupläne „auf der roten Asche“

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Der derzeit noch gültige Bebauungsplan aus den 1970er-Jahren sah hier eine Klosterschule mit Internat vor. Doch nun soll auf dem Grundstück ein Kindergarten entstehen. Aber nicht nur das.

Dorsten

, 21.10.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Überraschung war groß bei einigen Politikern in der jüngsten Sitzung des Dorstener Umwelt- und Planungsausschusses. Denn die Stadtverwaltung präsentierte dort konkrete Pläne für ein Baugebiet „auf der roten Asche“ im Dorstener Stadtteil Hardt, inklusive eines Kindergartens. Sie sollen Aufnahme finden in die Prioritätsstufe 1 des Arbeitsprogramms im städtischen Planungsamt.

An der Ziegelstraße

Es handelt es sich um das Grundstück an der Ziegelstraße neben der St. Ursula-Realschule, auf dem sich derzeit noch die Tennisplätze und anliegende Flächen befinden.

Wie Stadtbaurat Holger Lohse gegenüber der Politik mitteilte, gehört das Grundstück der Trägerstiftung der St. Ursula-Schulen in Dorsten, die hier zusätzlich acht, neun Wohnhäuser errichten lassen möchte.

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Zunächst sahen die Pläne lediglich eine Kindertagestätte vor. Eine solche Kita wäre von den Festsetzungen des noch gültigen, fast 50 Jahre alten Bebauungsplanes wohl befreit worden.

Letzterer wurde Anfang, Mitte der 1970er-Jahre verabschiedet und sah an diesem Standort eine „Klosterschule mit Internat“ vor. Auf einer solchen so genannten „Gemeinbedarfsfläche“ wäre ein Kindergarten-Neubau aktuell wohl möglich gewesen, ohne dass der ursprüngliche Bebauungsplan hätte geändert werden müssen.

So sieht das Nutzungskonzept für das Wohngebiet samt Kindertagesstätte vor.

So sieht das Nutzungskonzept für das Wohngebiet samt Kindertagesstätte vor. © Quelle: Stadt Dorsten

Wie Holger Lohse erklärte, möchte die Stadt hier an der Ziegelstraße eine im südlichen Stadtgebiet dringend notwendige Kindertagesstätte errichten lassen, diese aber nicht selbst betreiben. Dafür käme dann ein externer Träger zum Zuge. Beworben hat sich dafür die katholische Kirchengemeinde St. Agatha.

Bebauungsplan wird geändert

Da das Plankonzept, das die Ursulinen-Stiftung nunmehr vorgelegt hat, neben der Kita eine zusätzliche Wohnbebauung vorsieht, muss die Verwaltung der Politik nun einen revidierten Bebauungsplan vorlegen. Es wird also wohl noch etwas dauern, bis alle bürokratischen Vorgaben erfüllt sind und dort die ersten Bagger anrücken werden.

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Die Stadt betonte gegenüber den Ausschuss-Mitgliedern, dass sich die geplante Wohnbebauung an den Häusern in der Nachbarschaft orientiert. Sie begrüßt das neue Konzept laut Holger Lohse im Wesentlichen aus zwei Gründen. Zum einen sei das kleine Wohngebiet eine Abrundung zum geplanten großen Neubauprojekt An der Seikenkapelle/Nonnenkamp. Zum anderen könne die Trägerstiftung für den Betrieb der beiden Dorstener St. Ursula-Schulen zusätzliche Einnahmen generieren.

P.S.: In einer früheren Version des Artikels war fälschlicherweise von einem benachbarten landwirtschaftlichen Grundstück die Rede.

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