Coronavirus: Deutlich weniger Geflüchtete kamen bei uns im Land an

hzVerschärfte Bedingungen

149 geflüchtete Menschen sind in der Zentralen Unterbringungseinrichtung Bochumer Straße angekommen. Wie die Menschen überhaupt ins Land gekommen seien, wollen viele Mitbürger wissen.

Dorsten

, 27.04.2020, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Menschen haben ihre Heimatländer Irak, Iran und die Türkei verlassen. Es sind hauptsächlich Familien, aber auch einige wenige Alleinstehende darunter, die in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) an der Bochumer Straße in Dorsten verweilen. Die Bezirksregierung Münster hat vergangene Woche in einer Pressemitteilung geschildert, dass die ZUE in Dorsten nun wieder von 149 Männern, Frauen und Kindern bewohnt wird.

Für die Zuweisung geflüchteter Menschen nach Dorsten ist indes eine andere Behörde zuständig: die Bezirksregierung Arnsberg. Sprecherin Anna Carla Springob, auf die Frage, wie die Menschen ins Land gekommen seien, obwohl doch die Grenzkontrollen erheblich verschärft worden sind, teilt uns auf Anfrage mit, dass nicht nachgehalten werden könne, auf welchem Fluchtweg die Menschen nach Deutschland gekommen sind. „Das können wir nicht überprüfen, darüber gibt unser System keine Auskunft.“

Nach Asylantrag durchlaufen die Geflüchteten das System

Sobald ein Geflüchteter Asyl beantragt, sieht der Verlauf aber wie folgt aus: „Im Asylsystem des Landes NRW melden sich die Flüchtlinge zunächst in der Landeserstaufnahme (LEA) Bochum und werden von dort auf die Erstaufnahmeeinrichtungen verteilt.

Sind dort alle Schritte im Erstaufnahmeeinrichtungs-Prozess (EAE) durchlaufen (insbesondere Gesundheitsuntersuchung und Asylantragstellung und Anhörung beim BAMF), werden die Asylbewerber auf die Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) verteilt. Es handelt sich um einen ganz normalen Vorgang im Asylsystem NRW.“

So beschreibt die Behördensprecherin das Verfahren

Springob sagt zudem: „Es ist nicht so, dass die Flüchtlinge erst in den letzten Tage in dieser Größenordnung in NRW um Asyl ersucht haben. Angesichts der Grenzschließungen ist der Zulauf derzeit sehr niedrig, was auch die Zahlen der Landeserstaufnahme belegen.“

Demnach wurden im Zeitraum vom 17. bis 23. März 2020 in der Landeserstaufnahme in Bochum 56 Menschen registriert. Im Vergleich dazu der Vorjahreszeitraum 2019: Da waren es 383 Menschen.

Bis die Menschen also in Dorsten in der ZUE an der Bochumer Straße ankommen, durchlaufen sie einen mehrmonatigen Aufnahme- und Untersuchungsprozess nach ihrer Ankunft im Land.

Zuweisung an Kommunen wegen Corona gestoppt

Ihr Aufenthalt in Dorsten ist vorübergehend. Wann ihnen allerdings eine Wohnung oder Bleibe im Land zugewiesen werden kann, ist derzeit völlig offen: „Die Zuweisungen an die Kommunen wurden wegen Corona ausgesetzt“, so Springob. Vor dem Hintergrund der Pandemie würden die Asylbewerber längere Verweildauern in den zentralen Unterkünften haben.

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