Verwirrung um Mietvergleich: Wie teuer ist Dorsten wirklich?

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Steigende Mieten sind kein Phänomen, das es nur in Großstädten gibt. Auch in mittelgroßen Städten wird das Wohnen teurer. Dorsten nimmt angeblich eine Sonderrolle ein.

Dorsten

, 12.02.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Internetportal immowelt.de hat die Angebotsmieten in 109 deutschen Städten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern verglichen. In drei Viertel der untersuchten Städte sind die Preise bei Neuvermietungen im Vergleich zum Vorjahr teurer geworden. Betrachtet wurden die mittleren Angebotsmieten für Wohnungen zwischen 40 und 120 Quadratmetern.

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„Stark steigende Mieten sind kein exklusives Phänomen in Großstädten – wir beobachten auch in etlichen mittelgroßen Städten einen zunehmenden Preisdruck am Wohnungsmarkt. Vor allem dort, wo Ballungsräume in rund einer Stunde erreichbar sind, steigen die Preise“, sagt Prof. Dr. Cai-Nicolas Ziegler, CEO der Immowelt.

Dorsten schneidet im Preisvergleich gut ab

Das trifft auch auf Dorsten zu. Doch im Preisvergleich schneidet die Stadt laut Immowelt gut ab. Der durchschnittliche Mietpreis sank demnach sogar von 5,70 Euro pro Quadratmeter (2018) auf 5,60 Euro im vergangenen Jahr. Damit befindet sich die Lippestadt auf dem Mietpreis-Niveau des Sauerlandes. Und gehört somit „zum Kreis der günstigsten deutschen Mittelstädte“.

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Ein Blick in den Dorstener Mietspiegel von 2018 relativiert diese Einschätzung allerdings. Wegen der Nachfrage und des wachsenden Drucks auf den Wohnort Dorsten sind die Mieten gestiegen, heißt es dort. Für einfache Wohnlagen und Wohnungen bis Baujahr 1949 müssten Mieter im Vergleich zu 2015 in mittleren Wohnlagen 30 Cent pro Quadratmeter mehr bezahlen (3,80 Euro/3,50 Euro). Für neuere Wohnungen ab Baujahr 2011 sei der Preisanstieg sehr viel deutlicher: 7,70 Euro statt 6,60 Euro.

Richtig teuer ist es im Raum Köln

Große preisliche Unterschiede gibt es nach Angaben von Immowelt in Nordrhein-Westfalen. Die Nähe zur Metropole Köln müssen Mieter in Pulheim mit 10 Euro (+11 Prozent) sowie mit je 9,50 Euro in Frechen (+10 Prozent) und Hürth (+2 Prozent) mitbezahlen. Mit nahezu der Hälfte dessen können indes Mieter im Sauerland kalkulieren. Iserlohn (5,70 Euro, -2 Prozent) und Arnsberg (5,40 Euro, +2 Prozent) zählen zum Kreis der günstigsten deutschen Mittelstädte.

Den zweitstärksten Mietanstieg bundesweit verzeichnet übrigens Bocholt: um 16 Prozent auf 7,40 Euro. Von dort fährt man sowohl ins Ruhrgebiet als auch in die Großstädte Düsseldorf und Wuppertal in etwa einer Stunde.

Berechnungsgrundlage: Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise von in den untersuchten 109 Städten zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern waren Mietwohnungen mit 40 bis 120 Quadratmetern, die in den Jahren 2018 und 2019 auf immowelt.de inseriert wurden. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.
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