Vodafone-Kunden in Dorsten ärgern sich über langsames Internet in der Innenstadt

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In der Dorstener Innenstadt surfen Kunden von Vodafone besonders langsam. Der Anbieter hatte Besserung für 2019 angekündigt, doch daraus wird nichts.

Dorsten

, 29.08.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei Eis und Kaffee auf dem Handy mal schnell etwas im Internet checken? Einfacher gesagt als getan - vor allem für Kunden von Vodafone. Die stecken in der Dorstener Innenstadt im LTE-Loch. Besonders in Gebäuden ist das Surfen nahezu unmöglich. Beim Geschwindigkeitstest in einem Café am Marktplatz im vergangenen Dezember merkte selbst die hauseigene Vodafone-App an, dass der Test „ungewöhnlich langsam“ ausgefallen sei.

Die LTE-Lücke in der Innenstadt bestätigte Vodafone damals auf Nachfrage. Und kündigte zugleich an, die hauptsächlich für die Innenstadt zuständige Mobilfunkstation an der Hühnerstraße im Laufe des Jahres 2019 mit LTE-Antennen auszurüsten (DZ+).

Doch in diesem Jahr wird daraus nichts mehr, wie Vodafone nun auf Anfrage mitteilte. „Bis Ende 2019 werden wir keinen LTE-Standort an dieser Stelle haben“, sagte eine Vodafone-Sprecher. „Das wird sich ins Jahr 2020 verschieben.“ 21 Mobilfunkstationen betreibt Vodafone nach eigenen Angaben in Dorsten, 14 davon seien mit LTE-Antennen ausgerüstet.

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Eine Messung der Übertragungsraten in den Netzen der drei großen Mobilfunkanbieter mit der App der Bundesnetzagentur in einem Café am Marktplatz ergab folgende Ergebnisse (1 Megabit = 1000 Kilobit):

  • Vodafone: 370 Kbit/s (Download), 420 KBit (Upload), iPhone 7
  • Telekom: 10,3 MBit/s (Download), 760 KBit/s (Upload), iPhone 7
  • O2: 85,4 MBit/s (Download), 21,5 MBit (Upload), LG V40

Diese Messungen sind nie hundertprozentig verlässlich, da sie von vielen Faktoren beeinflusst werden können. Schon ein anderes Smartphone-Modell kann Einfluss auf die Übertragungsrate haben. Die LTE-Tarife der Testgeräte waren vergleichbar. Deutlich wird aber ein extremer Unterschied zwischen den Übertragungsraten bei Vodafone und den anderen Anbietern.

Die Verzögerung der LTE-Umrüstung hat laut Vodafone nichts mit der geplanten Installation der entsprechenden Antennen zu tun. Das sei an sich schnell gemacht und mit dem Vermieter, auf dessen Dach die umzurüstende Station steht, sei man sich auch schon einig.

Prognose: Hoher Datenverbrauch in der Innenstadt

Neue Prognosen hätten allerdings ergeben, dass der Datenverbrauch der Vodafone-Kunden in der Dorstener Innenstadt relativ hoch sein wird. „Um da dann zukunftsfähig zu sein, braucht es eine starke und stabile Anbindung an das weltweite Netz“, so der Konzernsprecher.

Die Anbindung erfolgt entweder über Glasfaserleitungen, die laut dem Sprecher dann noch bestellt werden müssten, oder über sogenannte Richtfunkleitungen. „Da muss man dann genau gucken, wo die Sammelstelle ist und wo man den Richtfunkmast hinsetzen muss.“ Beide Varianten befänden sich noch in der Prüfung. „Das zu klären, wird über das Jahresende hinaus dauern.“

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