Flugzeuge in der Volksbank in Dorsten - diese Geschichte steckt hinter der Modellschau

hzVolksbank Dorsten

In der Volksbank am Südwall schweben seit Kurzem Modellflugzeuge in der Kassenhalle. Hinter der Modellschau steckt der Hobby-Modellbauer Rudolf Altenkamp - und eine besondere Geschichte.

Dorsten

, 30.10.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Fliegen ist seine große Passion: Schon als kleiner Junge hat Rudolf Altenkamp zugesehen, wie sein Vater Modellflugzeuge steigen ließ. „Allerdings nicht sehr erfolgreich“, erinnert sich der 61-Jährige mit einem Schmunzeln. „Der Flieger stieg senkrecht zum Himmel, fiel dann senkrecht wieder runter, und dann gab‘s Kaffee und Kuchen.“ Diese Sonntage der Kindheit sind inzwischen ganz weit weg - auch technisch hat Altenkamp sein Hobby deutlich weiterentwickelt.

Das kann man noch bis zum 7. November (Donnerstag) in der Schalterhalle der Volksbank sehen, wo sechs seiner imposanten Modelle über den Köpfen der Mitarbeiter und Kunden schweben. Mit dieser Schau präsentiert Rudolf Altenkamp Luftfahrtgeschichte plastisch und zeigt einen kleinen Teil dessen, was bei ihm im Keller „schlummert“.

20 Flugzeuge lagern zu Hause im „Hangar“

Seit der Diplom-Ingenieur für Maschinenbau nicht mehr berufstätig ist, füllt sich der „Hangar“ im Keller kontinuierlich. Dort ist auch seine Werkstatt untergebracht. Zwei Rohbauten zeugen am „Volksbank-Himmel“ von den vielen Stunden, die der leidenschaftliche Flugzeug-Fan in seinem Keller verbringt. Zwischen einem und eineinhalb Jahren dauert es, bis ein Modell Flugreife hat.

Der Jungfernflug sei dabei immer ein ganz besonderer Moment, sagt Rudolf Altenkamp. „Und manchmal gibt‘s auch Bruch“, räumt er ein. Schließlich greift er nicht auf fertige Bausätze zurück, sondern konstruiert seine Flieger nach Originalplänen in seiner Wunschgröße selbst. Als sei das nicht eh schon kompliziert genug, achtet Altenkamp auch noch darauf, dass er seine Modelle mit dem Pkw zum Modell-Flugplatz in Wulfen transportieren kann.

Alle Modelle müssen auch ins Auto passen

Die Fokker zum Beispiel, die vorübergehend von der heimischen Werkstatt in die Volksbank umgezogen ist, hat Altenkamp mit teilbaren Tragflächen und abnehmbarem Höhenlaufwerk konstruiert. Ihr steht unter anderem noch die Lackierung in Altenkamps Garage bevor. „Das geht aber nur bei Temperaturen ab 20 Grad“, erklärt der Konstrukteur. Es wird also noch etwas dauern, bis die Fokker, die in den 30er-Jahren zwischen Amsterdam und der niederländischen Kolonie Batavia Linie flog, am Himmel über Dorsten zu sehen sein wird.

Flugzeuge in der Volksbank in Dorsten - diese Geschichte steckt hinter der Modellschau

Noch im Rohbau und noch nicht für den Flug bereit: die Fokker. © Petra Berkenbusch

Rudolf Altenkamp hat selbst auch schon am Steuerknüppel gesessen: Als Segelflieger hat er Flugeigenschaften sozusagen am „lebenden Modell“ erprobt. Und am Simulator hat er schon einen Airbus A320 auf einem der schwierigsten Flughäfen der Welt auf der Karibikinsel St. Martin landen lassen. Unfallfrei übrigens. „Ich kenne also das Fliegen mit und ohne Motor und das Modellfliegen“, erklärt er und warnt davor, das Modellfliegen als die leichteste aller Übungen zu sehen. „Das ist schon nicht so easy.“ Das hat er bei diversen Bruchlandungen schließlich schon vom Vater gelernt.

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Damit die Bankkunden nicht nur die Flugzeugmodelle bestaunen, sondern auch eine historische Einordnung möglich ist, hat Rudolf Altenkamp Schautafeln mit Erklärungen zu den Maschinen vorbereitet, in denen die Besucher gleichermaßen Wissenswertes und Erstaunliches unter anderem über die Lufthansa Super Constellation und den Rettungshubschrauber der Air Zermatt erfahren können.

Beruflich hatte der Ingenieur übrigens mit anderen Maschinen zu tun. Gern hätte er Luft- und Raumfahrttechnik studiert, sagt er, „aber damals waren Firmen wie MBB und Dornier auf dem absterbenden Ast. Da gab es keine Stellen.“ So hat er seine Flug-Leidenschaft einige Zeit gedrosselt, bis er später nach Dorsten zog und dort Mitglied im Modellflugclub wurde.

Im Laufe der Zeit wurden seine Projekte dann immer anspruchsvoller. Jetzt haben sie, der Volksbank sei Dank, sogar „museale“ Weihen erhalten.

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