Dorstener schimpft über Raucher im Wald - 77 Kippen eingesammelt

hzRauchverbot im Wald

Rauchen im Wald ist von März bis Oktober verboten. Das kümmert einige Raucher nicht, hat ein Dorstener festgestellt. „Mir kommen regelmäßige qualmende Spaziergänger aus dem Wald entgegen.“

Dorsten, Wulfen-Barkenberg

, 15.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Martin Grewer war selbst mal Raucher. Insofern hat er Verständnis für all jene, die Zigaretten rauchen. Trotzdem ärgert er sich: „Täglich kommen mir aus dem Wald bei uns am Schwalbenstück rauchende Spaziergänger entgegen. Oder sie gehen mit glimmender Kippe in den Wald.“ Dass Grewer keine Märchen erzählt, weist er nach: „Ich habe bei einem Spaziergang 77 Zigarettenstummel auf dem Waldweg eingesammelt.“ Auf einem Foto hat er seine „Ausbeute“ dokumentiert.

Martin Grewer ärgert sich nicht nur, er sorgt sich auch. „Bei den jetzigen Temperaturen reicht ein Funke und es brennt.“ Übrigens: Laut Landesforstgesetz NRW darf vom 1. März bis 31. Oktober im Wald nicht geraucht werden.

Leben werden riskiert, Natur vernichtet

Mitte April hat NRW-Ministerin Ursula Heinen-Esser an alle Mitbürger appelliert, das Rauchen im Wald zu unterlassen, nachdem in verschiedenen Gebieten von NRW Wald in Flammen aufgegangen war. „Wer gegen das Verbot verstößt, riskiert Leben und setzt die Natur aufs Spiel“, hat sie auch gesagt.

An Raucher appelliert, aufs Rauchen im Wald zu verzichten

Über diese Verbote und Appelle schauen einige Raucher aber wohl gleichgültig hinweg. Das Verlangen nach einer Zigarette ist größer als die Vernunft oder Einsicht, hat Martin Grewer festgestellt. Er meint, dass die Nikotinabhängigen doch vor dem Waldspaziergang rauchen könnten - oder zu Hause.

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„Ich habe Leute, die ich aus der Nachbarschaft kenne, schon auf ihr Fehlverhalten angesprochen. Die Reaktionen reichen von Scham bis hin zu patzigen oder beleidigenden Antworten“, sagt Grewer.

Kommunaler Ordnungsdienst kann nicht allgegenwärtig sein

Als aufmerksamer Mitbürger und regelmäßiger Spaziergänger ist er viel in seinem Ortsteil unterwegs. Und scheut sich nicht, Missstände zu dokumentieren und über die Dorsten-App bei der Stadtverwaltung im Rathaus zu melden. Stadtsprecher Ludger Böhne sagt, dass den Hinweisen nachgegangen werde. „Der Kommunale Ordnungsdienst führt gegen Verstöße Kontrollen durch – aber nicht rund um die Uhr und nicht flächendeckend.“

Martin Grewer weiß das auch und sagt: „Ich bin glücklich, dass sich jemand von der Stadtverwaltung um meine Anliegen kümmert.“ Bei Hinweisen zu illegaler Müllentsorgung klappe das problemlos. Stadtsprecher Ludger Böhne sagt zum Wunsch nach Kontrollen von Rauchern im Wald: „Natürlich kann der Kommunale Ordnungsdienst den Hinweisen folgen und nach Kapazität gelegentlich Kontrollen durchführen. Keine Kontrolle kann aber sicherstellen, dass alle 76.000 Dorstener sich an sieben Tagen in der Woche und an jedem Tag 24 Stunden lang an die Regeln halten.“

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