Sperrung der Borkener Straße wegen des Bombenfundes. © Guido Bludau
Weltkriegsbombe in Dorsten

Warum jaulen die Sirenen in Dorsten? Die Bombe ist entschärft

Die Bombe in Dorsten ist entschärft: Das Team der Kampfmittelbeseitigung hat um 22.04 Uhr ganze Arbeit geleistet. Die Sirenen heulen deswegen.

Nach mehreren Stunden Vorbereitungszeit konnte heute Abend gegen 22.04 Uhr die von Amerikaner abgeworfene Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Petrinum entschärft werden. Sie wurde zufällig bei Bauarbeiten aus dem Erdreich gekratzt. Glücklicherweise kam dabei niemand zu Schaden. Der Fund der 250 Kilogramm schweren Weltkriegshinterlassenschaft in der Dorstener Innenstadt an der Lippe, direkt gegenüber von den Mercaden, setzte eine Kette von Ereignissen in Gang.

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Bombe am Petrinum

Kaum war die scharfe Munition gefunden worden, rückten Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus, um den Fundort weiträumig zu sperren. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst in Münster musste informiert werden.

Ein Dreier-Team rückte aus.

Da ist das Biest: die entschärfte Bombe der US-Streitkräfte aus dem Zweiten Weltkrieg.
Da ist das Biest: die entschärfte Bombe der US-Streitkräfte aus dem Zweiten Weltkrieg. © Guido Bludau © Guido Bludau

In der Stadt Dorsten trat der Krisenstab zusammen: ein Stab für außergewöhnlicher Ereignisse (EAS). Er traf sich in der Hauptfeuerwache An der Wienbecke und legte die Strategie für den Nachmittag und den Abend fest.

Evakuierung von Menschen im Umkreis des Fundortes; Ausweichmöglichkeiten suchen für Bewohner in der Nähe des Bombenfundortes, die keine andere Bleibe vorübergehend fanden; Information von Wasser- und Schifffahrtsamt, um den Kanal für den Schiffsverkehr zu sperren. Und nicht zuletzt: die Sperrung der Borkener Straße, damit kein Kfz-Verkehr mehr über die Kanal- und Lippebrücke fließen konnte.

Etwa 250 Bewohner am Petrinum und im Hochhaus an den Mercaden sowie im Flüchtlingsheim an der Crawleystraße mussten an diesem regnerischen Samstagabend vorübergehend eine neue Bleibe suchen, bei Bekannten oder Freunden etwa.

Die Feuerwehr sprach die Bewohner im Umkreis des Bombenfundortes an; an der Crawleystraße mussten die Bewohner vorübergehend ihre Bleibe räumen.
Die Feuerwehr sprach die Bewohner im Umkreis des Bombenfundortes an; an der Crawleystraße mussten die Bewohner vorübergehend ihre Bleibe räumen. © Guido Bludau © Guido Bludau

Die Freiwillige Feuerwehr suchte unter anderem die Bewohner des Asylbewerberhauses an der Crawleystraße auf, um sie zu evakuieren. Auch dieses Gebäude lag im Radius des Bombenfundortes, der 250 Meter betrug. 250 Meter für 250 Pfund Sprengstoff in einer Weltkriegshinterlassenschaft können immensen Schaden anrichten.

Doch nicht jedem, der sein Heim verlassen musste, leuchtete das ein. Und zu Fuß bei regnerischem Wetter zum Nonnenkamp zu laufen, war auch nicht jedermanns Sache. Die Feuerwehrleute musste Überzeugungsarbeit leisten, um die Häuser im Umkreis des Fundortes zu räumen.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Als „Blaulicht-Reporter“ bin ich Tag und Nacht unterwegs, um über Einsätze von Polizei und Feuerwehr seriös in Wort und (bewegten) Bildern zu informieren. Dem Stadtteil Wulfen gehört darüber hinaus meine besondere Leidenschaft. Hier bin ich verwurzelt und in verschiedenen Vereinen aktiv. Davon profitiert natürlich auch meine journalistische Arbeit.
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