Der Rest des Teams der Kampfmittelbeseitigung ist zwischenzeitlich am Fundort der Bombe eingetroffen. Mit Alessandro Rametta machen sich Uwe Pablowski und Wolfgang Stief an die Arbeit. © Guido Bludau
Alarm in Dorsten

Weltkriegsbombe bei Bauarbeiten gefunden – so geht es weiter

Bombenfund auf Maria Lindenhof: Bei Bauarbeiten nahe der Hochstadenbrücke stießen Arbeiter auf eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie soll gegen 20.30 Uhr entschärft werden.

Bei Bauarbeiten auf dem Gelände nahe der Hochstadenbrücke sind Bauarbeiter am Samstag auf eine Weltkriegsbombe gestoßen. Die Fünf-Zentner-Bombe schlummert nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche. Das Gelände wurde nach dem Fund unverzüglich weiträumig abgesperrt.

Alessandro Rametta ist einer von drei Mitarbeitern des Kampfmittelbeseitigungsteams, das die Bombe entschärfen soll.
Alessandro Rametta ist einer von drei Mitarbeitern des Kampfmittelbeseitigungsteams, das die Bombe entschärfen soll. © Guido Bludau © Guido Bludau

Gegen 16.45 Uhr war der Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Stelle. Die Bombe sei noch scharf, hieß es nach ersten Untersuchungen. Alessandro Rametta untersuchte sie als erster Feuerwerker. Er wartet nun auf Verstärkung durch seine Teamkollegen Uwe Pablowski und Wolfgang Stief. Mittlerweile sind die Kollegen eingetroffen und beraten sich.

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Bombe am Petrinum

Zu dritt wollen die Feuerwerker zu Werke gehen. Der Zünder der Fünf-Zentner-Bombe soll noch heute entfernt werden. Vor der Entschärfung müssen aber in einem bestimmten Radius Gebäude geräumt und Straßen gesperrt werden.

Von Seiten der Stadtverwaltung hieß es, dass mit der Entschärfung gegen 20.30 Uhr gerechnet werde. „Wie viele Bewohner ihre Wohnungen räumen müssen und wo sie vorübergehend untergebracht werden, wird noch bekannt gegeben“, sagte Stadtsprecher Christoph Winkel soeben auf Anfrae.

Evakuierungsplan wird gerade abgestimmt

Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) sitzt noch in der Dorstener Hauptfeuerwache zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Bürgermeister Tobias Stockhoff nimmt an der Runde teil.

Eine Evakuierung der naheliegenden Gebäude ist notwendig, bevor die Bombe entschärft werden kann. Das Hochhaus neben den Mercaden wird vermutlich geräumt werden, die Mercaden ebenso. Außerdem darf kein Verkehr mehr über die Kanal- und Lippebrücke rollen. Mit der Vestischen werden gerade die Einzelheiten abgestimmt. Außerdem werden Teams ausrücken, um die Borkener Straße zu sperren. „Das Sperrgebiet betrifft einen Radius von 250 Metern“, so Christoph Winkel.

Anwohner im Umkreis von 250 Metern sollen Wohnungen verlassen

Die Stadt bittet alle Bewohner im Umkreis des Fundortes, ihre Wohnungen zu verlassen. Etwa 250 Menschen seien betroffen. Sie sollen nach Möglichkeit selbstständig ein vorübergehendes Quartier bei Verwandten oder Freunden nehmen. Wer keine Aufenthaltsmöglichkeit hat, findet ab 19.30 Uhr eine Notbetreuung in der Aula der St.-Ursula-Realschule am Nonnenkamp.

Wie lange die Evakuierung dauert, ist derzeit noch offen. Betroffene sollten sich darauf einstellen, dass sie erst nach 23 Uhr in ihre Wohnung zurückkehren können.

Die Entwarnung nach erfolgreicher Entschärfung erfolgt voraussichtlich über Sirene und NINA-App. Der Schiffsverkehr auf dem Kanal wird ab 19.30 Uhr eingestellt. Die Straßen innerhalb des Sicherheitskreises – auch die Borkener Straße – müssen für zwei Stunden gesperrt werden.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Als „Blaulicht-Reporter“ bin ich Tag und Nacht unterwegs, um über Einsätze von Polizei und Feuerwehr seriös in Wort und (bewegten) Bildern zu informieren. Dem Stadtteil Wulfen gehört darüber hinaus meine besondere Leidenschaft. Hier bin ich verwurzelt und in verschiedenen Vereinen aktiv. Davon profitiert natürlich auch meine journalistische Arbeit.
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