Weltweit bekannt: Auch Dorsten bekommt ein Riesen-Tipi aus Wollstücken

hzWir machen Mitte

Weltweit haben bislang 50 Mega-Tipis aus Häkelwolle die Menschen erfreut. Nun bekommt auch Dorsten ein solch farbenfrohes „Zelt der Begegnung“. Auch an einer Brücke tut sich bald Schönes.

Dorsten

, 11.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die bunten Mega-Wollwerke waren schon bei Kunstaktionen und Festivals global zu bewundern: in New York oder Basel, in Kenia oder Taiwan. Auch bei der diesjährigen Landesgartenschau in Kamp-Lintfort erfreute ein riesiges gehäkeltes „Zelt der Begegnung“ die Augen und Herzen der Besucher. Und bald wird sich auch Dorsten in die Phalanx der weltweit bislang 50 Tipis der Künstlerin Ute Lennart-Lembeck einreihen.

Denn die „Mitte-Konferenz“ gab bei ihrer Sitzung am Mittwoch in der Stadtbücherei einem Antrag von Ulrike Baldauf und ihrer „Stadtkrone-Sternlauf“-Gruppe statt und bewilligte für dieses Projekt gut 2000 Euro aus dem Bürgerbudget des Stadtumbauprogramms „Wir machen Mitte“.

2000 Quadrate

Ein solches kegelförmiges Tipi, indianischen Behausungen nachempfunden, hat gewaltige Ausmaße: Sechs Meter hoch sind die Bambusstangen, das Zelt hat einen Durchmesser von fünf bis sechs Meter. Vorab sind die interessierten Bürger dazu aufgerufen, möglichst aus Acryl-Wolle 2000 Quadrate in einer Größe von 15 mal 15 Zentimetern zu häkeln, in unterschiedlichen Farben und Mustern.

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Um Ostern des nächsten Jahres herum sollen dann die einzelnen Bestandteile des Patchwork-Werkes in einer gemeinsamen Aktion zum „Groß-Tipi“ zusammengefügt werden. Einmal aufgebaut, finden dort ganze Gruppen Platz. „Das Tipi soll bei unterschiedlichsten Festen und Veranstaltungen, zum Beispiel im Bürgerpark, zum Einsatz kommen“, so Mitinitiatorin Susanne Warnke (Mobile Jugendhilfe): „Wenn die Sonne drauffällt, gibt das ein ganz tolles Licht.“ Auf- und Abbau des „Zeltes der Begegnung“ werden Bewohner des LWL-Wohnhauses übernehmen.

Rechtlich geschützt

Der Zuschuss soll für die Stangen, die Befestigungen, die Wolle und Sitzkissen verwendet werden. Und da es ein rechtlich geschütztes Projekt der Künstlerin ist, bekommt auch Ute Lennartz-Lembeck die ihr zustehende „Provision“.

Die verunstalteten Brückenwangen der "Hohen Brücke" sollen durch ein generationsübergreifendes Kunst-Projekt verschönert werden.

Die verunstalteten Brückenwangen der „Hohen Brücke" sollen durch ein generationsübergreifendes Kunst-Projekt verschönert werden. © Michael Klein

Doch das Tipi ist nicht das einzige Begegnungsprojekt, das aus dem Fördertopf des Bürgerbudgets bedacht wird. Ganz am Rande, aber noch gerade im Programmgebiet liegt die Johannesbrücke in der Feldmark, im Volksmund „Hohe Brücke“ genannt. Sie war vor Jahren in einer Gemeinschaftsaktion mit den Feldmärker Schützen restauriert und seitdem im Umfeld von Vereinsmitgliedern immer wieder verschönert worden.

Verschönerungsaktion

Nun steht dort das nächste Projekt an. Vereinsmitglied Stefan Lukassen stellte den Antrag für ein Graffiti-Projekt erfolgreich zur Abstimmung. Damit sollen die von Vandalen beschmierten und verunstalteten Brücken-Wangen und Sitzbänke auf beiden Seiten der Brücke verschönert werden.

Unter Leitung des Graffiti-Künstlers und städtischen Streetworkers Joshua Hildebrandt (Begegnungszentrum „Das Leo“) werden im kommenden Frühjahr Jugendliche aus Hervest und Schützen-Vereinsmitglieder ein generationsübergreifendes Kunst-Projekt realisieren, das die Brücken-Flächen vor weiteren Verunzierungen schützen soll. Schon jetzt habe es Motiv-Vorschläge aus Reihen der Schützenkompanien gegeben, so Lukassen.

Mit 2700 Euro gefördert

Demnächst soll es erste Treffen geben, in denen die Ideen gebündelt und Skizzen entwickelt werden. Joshua Hildebrandt hat vor einigen Jahren ein ähnliches Jung-Alt-Projekt mit Erfolg in Wulfen-Barkenberg umgesetzt. Das mehrteilige Feldmärker Brücken-Bild wurde einstimmig mit 2700 Euro gefördert.

An nicht ausgeschöpften Restmitteln aus 2020 kann die Mitte-Konferenz nun mehr als 11.000 Euro mit ins nächste Jahr nehmen. Hinzu kommen dann die regulären 30.000 Euro, die für 2021 zur Verfügung stehen.

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