Wie Bürohündin Lotta für ein besseres Arbeitsklima sorgt

hzHunde im Büro

Vierbeiner im Büro liegen voll im Trend, weil sie beim Stressabbau helfen können. Beim Lembecker Raumausstatter Einhaus gehört Labradoodle-Dame Lotta zum Kollegium – und sorgt für Ruhe.

Dorsten

, 30.08.2019, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn ein Kunde den Laden des Lembecker Raumausstatters Einhaus betritt, ist Lotta schon da, um ihn zu begrüßen. Ohne aufdringlich zu werden, schaut und schnuppert sie nach dem Rechten. Die anderthalbjährige „Australian Labradoodle“-Hündin ist von klein auf fester Bestandteil der Belegschaft. Auf der Firmen-Homepage wird sie mit Profilfoto als eines von zwölf Teammitgliedern vorgestellt.

Bürohunde haben eine lange Tradition in der Firma des Inhabers Franz-Josef Einhaus. Ihr Vorgänger, ebenfalls ein Labradoodle, war acht Jahre treuer Begleiter im Laden, bevor er eingeschläfert werden musste. Dabei war Herrchen Franz-Josef Einhaus ursprünglich gar kein Hundefreund.

Besonders den positiven Einfluss auf die Stimmung möchte Einhaus nun aber nicht mehr missen. „Ein Hund nimmt viel Spannung raus“, sagt er. Lottas Ruhe übertrage sich auf den Menschen. Auch für Kinder sei die Bürohündin eine Attraktion. „Die setzen sich dann zu ihr auf den Boden und sie lässt sich alles gefallen.“

Anfangs verschwanden Schuhe der Mitarbeiter

Probleme mit Lotta gebe es praktisch nie. Einige wenige Kunden hätten ein Problem mit Hunden. „Dann halten wir sie fern.“ Als Lotta einer Kundin die Füße ableckt, gibt es eine Ermahnung – und schon trabt die Hündin aus dem Raum.

Rückzugsmöglichkeiten gibt es für die Hündin genügend, denn jederzeit kann sie in den Garten im Hinterhof.

Aber machen Hundehaare in einem Einrichtungshaus, in dem viele Textilien ausgestellt sind, keine Probleme? „Das ist der Vorteil der Rasse“, sagt der Firmeninhaber. „Sie haart nicht.“ Deshalb gebe es auch keine Probleme mit Allergikern.

Manch ein Mitarbeiter habe sich erst an den vierbeinigen Kollegen gewöhnen müssen. „Das waren nicht alles Hundefreunde“, so Einhaus. Und anfangs habe der Bürohund herumstehende Schuhe geklaut, verrät der Besitzer mit einem Grinsen. Inzwischen hätten sich aber alle gut mit dem Tier arrangiert.

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Wissenschaftlich sind die positiven Nebeneffekte von Hunden als Begleiter im Alltag gut dokumentiert. Studien zeigen, dass Bürohunde vor allem den Stresslevel bei der Arbeit senken. Das Bindungshormon Oxytocin sorgt für ausgeglichenere Mitarbeiter.

„Sie verschaffen emotionale Nähe und Wärme, sie motivieren und beruhigen“, erklärt Dr. Anette Borchert, Chefärztin in der Klinik für Akutgeriatrie und Palliativmedizin am Gertrudis-Hospital Westerholt, das wie das Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhaus zum Katholischen Klinikum (KKRN) gehört. Deshalb sind Hunde in den Häusern des KKRN regelmäßig im Einsatz. In Dorsten ist Labrador-Rüde Marty für den Besuchsdienst zuständig.

Trotz der Vorzüge von Bürohunden sind die haarigen Kollegen nicht überall gern gesehen. Das Rathaus etwa ist und bleibt hundefreie Zone. „Das Mitbringen von Tieren ist nicht gestattet“, heißt es in der allgemeinen Geschäftsanweisung, wie Stadt-Sprecher Ludger Böhne auf Nachfrage mitteilt.

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