Wie ein Schützenfest-Fan aus Dorsten zum Schützenkönig in Sachsen wurde

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Tobias May ist Feldwebel beim Schützenverein im Dorstener Stadtteil Feldmark. Jetzt erfüllte er sich in der sächsischen Stadt Hartha einen großen Traum. Er erzählt, wie es dazu kam.

Dorsten

, 05.09.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er ist nicht nur begeisterter Schützenfest-Fan. Er ist auch der „Botschafter“ der Schützen-Freundschaft zwischen den Feldmärkern und der Gilde in Hainichen.

Doch nicht etwa in Dorstens sächsischer Partnerstadt erfüllte sich Tobias May jetzt einen Traum seines Lebens: Der 39-jährige Dorstener holte beim Königsschießen des Harthaer Schützenvereins das letzte Stück des Holz-Adlers herunter.

Seit drei Jahren versucht

„Ich versuche es nun schon seit drei Jahren, diesmal hat es endlich geklappt“, freut sich Tobias May. In Schützenfreundin Uta Duille fand er vor Ort seine Königin.

„Der habe ich bereits 2016 versprochen, dass sie meine Regentin wird“, erzählt der Dorstener, der gleich in drei Schützenvereinen Mitglied ist: in der Feldmark, in Hainichen und in ebenjenem sächsischen Hartha, das eine gute halbe Autostunde von Dorstens Partnerstadt entfernt liegt. „Die Schützen dort sind seit 2015 der Bruderverein der Hainichener“, erklärt May seine Verbindung dorthin .

„Wie eine Familie“

Der 39-Jährige ist Feldwebel in der 2. Kompanie der Feldmärker Schützen, 2010 trat er dem Verein bei. Als Fahnenschwenker beim Fanfarencorps Holsterhausen hatte er schon vorher seine Liebe zum Brauchtum entdeckt. „Schützenvereine sind wie eine Familie“, erzählt der Mechaniker. „Das gefällt mir besonders an ihnen.“

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Und ganz besonders gut gefallen ihm Sachsen und die Atmosphäre bei den Schützenfesten dort. „Ist alles viel gemütlicher“, sagt er. Während sein Dorstener Heimatverein 1000 Mitglieder hat, ist es dort weit überschaubarer. „Und Frauen dürfen auch mitschießen“, nennt er einen weiteren Unterschied.

Gern gesehener Gast

Seit 2010 besucht Tobias May drei bis vier Mal im Jahr Hainichen und inzwischen auch Hartha, nimmt dann immer Dorsten-Souvenirs aus der Stadtinfo als Gastgeschenke mit.

Beim Neujahrsempfang Anfang des Jahres im Hainichener Rathaus erhielt er aus den Händen der Bürgermeister Dieter Greysinger (Hainichen) und Ronald Kunze (Hartha) die Urkunde „Gern gesehener Gast“. Das habe ihn stolz gemacht, sagt der Dorstener. „Denn unsere Partnerschaft mit meinen Möglichkeiten zu pflegen, ist mir eine große Ehre.“

Regelmäßiger Austausch

Tobias May organisiert immer wieder persönliche Kontakte zwischen den Partnervereinen. Er sorgt dafür, dass alljährlich eine Abordnung der Schützen aus Hainichen zum Schützenfest der Feldmark kommt und hier mit allen Ehren empfangen wird.

Und er sorgt auch dafür, dass die Feldmärker und auch die Dorf-Hervester Schützen regelmäßig in die Partnerstadt fahren, zu den Schützenfesten und auch im Juli zum Parkfest in Hainichen, wo sie mit ihren grünen Uniformen praktisch zum Stadtbild dazu gehören.

Nun will Tobias May auch den Austausch mit Hartha stärker fördern. „Beim diesjährigen Feldmärker Schützenfest konnten wir immerhin schon drei Schützen aus Hartha begrüßen“, sagt er.

„Will ein guter König sein“

Tobias May hat übrigens vor drei Jahren nicht nur in Hartha einen ersten Anlauf gestartet, offizieller Schützenkönig zu werden. „In Hainichen stand ich auch mehrfach kurz davor, das hat aber noch nicht geklappt“, sagt er. „Ich bin nur einmal Bürgerkönig geworden.“ In zwei Jahren will er es dort noch einmal versuchen.

In seinem Feldmärker Heimatverein hat er indes augenblicklich keine Thron-Ambitionen: „Das steht noch in den Sternen“, betont May, „das ist ja mit viel Aufwand verbunden.“ Und die nächsten Urlaube muss er sowieso für die offiziellen protokollarischen Termine in Hathar verplanen: „Ich will dort nämlich ein guter König sein.“

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