Wie Facebook der Polizei helfen kann

Erfolgreiche Seite

Seit etwas mehr als anderthalb Jahren betreibt die für Dorsten zuständige Kreispolizei Recklinghausen eine Seite im sozialen Netzwerk Facebook. Und das mit Erfolg, wie Polizeihauptkommissarin Inge Such, Leiterin der Pressestelle, auf Anfrage der Redaktion mitteilte.

Dorsten

, 19.05.2016, 16:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Geschwindigkeitskontrollen teilt die Polizei auf der Facebook-Seite mit. Wenn Menschen vermisst werden, steht das ebenfalls da.

Geschwindigkeitskontrollen teilt die Polizei auf der Facebook-Seite mit. Wenn Menschen vermisst werden, steht das ebenfalls da.

Gerade bei der Suche nach Vermissten sei die Hilfsbereitschaft der Fans auch in Dorsten sehr groß. Man erreiche mehrere Hunderttausend Nutzer. "Beispielsweise wurden im Sommer 2015 zwei Mädchen aus Recklinghausen vermisst.

Aufgrund der sehr starken Verbreitung des Artikels konnten die Mädchen wohlbehalten gefunden werden. Aber auch bei der Suche nach Straftätern werden die entsprechenden Artikel sehr stark geteilt", so Inge Such. Dadurch konnten zum Beispiel bewaffnete Räuber in Bottrop (2015) und weitere Straftäter überführt werden. Rekord: Im Jahr 2015 klickten 28 Minuten nach Veröffentlichung die Handschellen bei einem EC-Kartenbetrüger aus Recklinghausen.

Rund 18.700 Freunde hat die Behördenseite derzeit. Die Mitarbeiter der Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Polizei veröffentlichen neben Pressemitteilungen, Öffentlichkeitsfahndungen und Zeugenaufrufen auch Beiträge zur Kriminal- und Verkehrsunfallprävention.

Parallel zum Presseportal

"Durch Facebook wird die Reichweite der polizeilichen Botschaften gesteigert, da sich heutzutage viele Menschen immer öfter online informieren. Dies trifft gerade auf die jüngeren Bevölkerungsschichten zu", so Inge Such. Eine Öffentlichkeitsfahndung erfolge immer parallel zu den herkömmlichen Verbreitungskanälen wie zum Beispiel im Presseportal, auf das auch die Dorstener Zeitung Zugriff hat. "Dabei wird im Facebook-Artikel auf das Fahndungsbild, welches auf dem Server des Presseportals gespeichert wird, nur verlinkt. Diese Vorgehensweise hat rechtliche Gründe", erklärt Inge Such.

Die Facebook-Öffentlichkeitsfahndungen beziehen sich in der Regel auf gesuchte Straftäter und vermisste Personen. Insgesamt wurden aufgrund von Facebook-Fahndungen circa 15 Fälle "geklärt". Ist es denn schon vorgekommen, dass Menschen einen Notruf über die Facebook-Seite abgesetzt haben? "Ein echter Notruf ist noch nicht eingegangen - dafür ist die Notrufnummer 110 da", sagt Inge Such.

110 wählen

Deshalb stehe auch folgender Hinweis auf der Facebook-Seite: "In Notfällen wählen Sie 110! Diese Facebook-Seite wird nicht ständig betreut und ist nicht für Mitteilungen, Hinweise und Anzeigen bestimmt!" "Insgesamt", bilanziert Inge Such, "sind wir mit der Nutzung von Facebook sehr zufrieden. Es bietet der Polizei eine moderne Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürger zu erreichen".

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