Wir suchen Erinnerungen von Kriegskindern

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DORSTEN Nächte im Luftschutzbunker, Wochen auf der Flucht, Angst, Hunger, Tod - die Kinder des Krieges waren zu jung, für das, was sie erlebten. Jetzt, im Alter, erinnern sie sich an lange Verschüttetes. Mit unserer Serie "Dorstener Kriegskinder" möchten wir helfen, diese wichtigen Erinnerungen zu bewahren.

von Von Anke Klapsing-Reich

, 03.07.2009, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wir suchen Erinnerungen von Kriegskindern

Dorstener Kriegskinder - wie diese Agatha-Schüler(innen) beim Steine picken an der zerstörten Franziskanerkirche - halfen mit, die in Trümmer liegende Stadt wiederaufzubauen.

"Krieg war für uns Kinder ein besonders Ereignis. Der Ernst des Lebens kam erst auf uns zu, als wir von den Toten in den zerstörten Häusern und in den abgeschossenen Flugzeugen hörten und sie sahen." Noch heute wecken Feuerwerke bei Dr. Godehard Lindgens Erinnerungen an die vielen "Christbäume", die für die Bombenabwürfe der Flugzeuge die Ziele markieren sollten. Die gesamten Kriegsjahre erlebte Dr. Lindgens, Jahrgang 1935, in seiner Heimat Dorsten. Heute ist er in Berlin zu Hause. Seine Erlebnisse sind nur eine von vielen Varianten des Phänomens Kriegskindheit.

Verdrängte Emotionen werden wieder wach

Wie konnten die kleinen Seelen die existentiellen Erfahrungen von Willkür und Ohnmacht, Vergewaltigung und Verlust nur verkraften?, fragt sich heute nicht nur die nachgeborene Generation. Auch bei den Opfern selbst werden oft erst jetzt, in den Jahren, in denen sie zur Ruhe kommen, verdrängte Emotionen wach.

Die vergessene Generation darf nicht vergessen bleiben - deswegen möchten wir in diesem Jahr, in dem sich der Kriegsausbruch zum 70. Male jährt (1. September 1939), Dorstener Kriegskinder (Jg. 1930 bis 1945) bitten, ihre ganz persönlichen Erinnerungen aus den Kriegsjahren aufzuschreiben, die ihnen im Gedächtnis geblieben sind. Die Berichte können fröhlich oder traurig, schmerzvoll oder flüchtig sein - denn sie alle spiegeln die facettenreiche, widersprüchliche Zeit des Krieges widerVeranstaltung am 9. September im Alten Rathaus

In loser Folge werden wir die eingesandten Erinnerungen in unserem Lokalteil veröffentlichen. Den Abschluss der Serie bildet dann die Veranstaltung zum Thema "Dorstener Kriegskinder", zu der die Dorstener Zeitung gemeinsam mit dem Trägerverein Altes Rathaus am 9. September einlädt.

Dann wird auch Dr. Lindgens anwesend sein, der sich mit Grauen an die stärker werdenen Fliegerangriffe der Alliierten auf Dorsten in den letzten Kriegstagen erinnert: "Wir waren mit allem einverstanden, wenn nur nicht mehr die Bomben aus dem Himmel fallen würden."

Wer in den Jahren zwischen 1930 bis 1945 geboren ist, heute in Dorsten wohnt oder als Kind hier die Kriegsjahre erfahren hat, kann uns seine Kriegskind-Erinnerung schicken an: Dorstener Zeitung, Südwall 27, 46282 Dorsten oder per Mail:  redaktion@DorstenerZeitung.de

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