Woher kommen die 9 Millionen für die Anbauten an Antonius- und Sekundarschule?

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Woher kommt das Geld für die Anbauten an Sekundarschule und Antoniusschule? Und warum bekommt ausgerechnet die Antoniusschule jetzt Geld? Das wollten Politiker im Schulausschuss wissen.

Dorsten

, 28.06.2019, 16:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil immer mehr Schüler den Offenen Ganztag in der Antoniusschule besuchen und die Küche an ihre Grenzen stößt, soll dort nach einem Vorschlag der Verwaltung eine Mensa entstehen. Die Kosten betragen nach ersten Schätzungen 2 Millionen Euro und sollen in den Haushaltsjahren 2020 bis 2022 bereitgestellt werden. Ebenso wie die 7 Millionen, die für den Anbau der Sekundarschule investiert werden sollen.

„Woher kommt das Geld?“

„Woher kommen diese gewaltigen Summen im Dorstener Haushalt?“, wollte SPD-Parteivorsitzende Jennifer Schug im Schulausschuss am Mittwochnachmittag wissen und führte im Bezug auf die Antoniusschule aus: In der Sitzung des Ausschusses im Dezember 2018 habe es geheißen, dass für die OGS der Albert-Schweitzer-Schule kein Geld da sei. „Für die Antoniusschule ist jetzt Geld da. Ich bin froh, dass das so ist, und gönne es der Schule von Herzen.“

Aber sie wüsste gerne, sagte Schug, welche Dorstener OGS welchen Bedarf habe. Daraus solle sich dann eine Priorisierung ergeben und nach der solle Geld ausgegeben werden. „Denn so sehe ich keine Transparenz und keine Gerechtigkeit.“ Auch ihre Parteikollegin Inge Zobec bemängelte die fehlende Prioritätenliste. „Was bedeutet es für andere Sachen, die wichtiger sind? Für die sind dann keine Mittel mehr da? Das ist ein Risiko.“

Verwaltung hat noch keine Prioritätenliste

Susanne Diericks, Abteilungsleiterin der Schulverwaltung, räumte ein, dass es so eine Prioritätenliste bisher nicht gebe. „Wir sind dabei, ein Konzept zu erarbeiten, und daraus wird sich dann eine Prioritätenliste ergeben. Aber wir können so lange nicht warten, bis das fertig ist, weil der Handlungsdruck an der Antoniusschule so groß ist.“

Die SPD-Fraktion beruhigte das nicht. Auch die Dorstener Grundschulleiter hätten Probleme mit dem Vorgehen der Verwaltung, sagte Burgi Beste, Sprecherin der Dorstener Grundschulen. „Wir begrüßen jede Verbesserung an einer Schule, aber wir würden uns auch wünschen, dass man ganz Dorsten in den Blick nimmt, einzelne Bedarfe erfasst und ein Standardraumprogramm für die OGS erstellt. Dann kann man die Prioritäten nach diesen Bedarfen festlegen.“

Schulleiter wünschen sich ein anderes Vorgehen

Wichtig wäre den Grundschulleitern auch noch etwas anderes: „Wir wünschen uns, dass wir von Anfang an in die gesamten Planungen miteinbezogen werden, damit auch die pädagogischen Bedarfe berücksichtigt werden.“ Das jetzige Prozedere - verwaltungsinterne Abstimmung, dann Besprechung mit Schule und OGS-Träger, dann Beteiligung der Politik - lehnen die Schulleiter ab. „Wir würden es uns anders wünschen. Punkt.“

Die SPD-Fraktion enthielt sich bei der Abstimmung zur Mensa der Antoniusschule, ebenso Günter Fraund von den Grünen und Rita Zachraj (fraktionslos). Die CDU-Fraktion stimmte für den Vorschlag der Verwaltung. Die Abstimmung zum Anbau der Neuen Schule brachte das gleiche Ergebnis. Die Entscheidung über beide Anbauten trifft der Haupt- und Finanzausschuss am 3. Juli.

Was Kämmerer Hubert Große-Ruiken auf Nachfrage zur Finanzierung und zum Unterschied zwischen Wunsch und Notwendigkeit sagt, lesen Sie hier

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