Wohnen im Marienviertel: Das kommt dabei heraus, wenn Bürger mitreden dürfen

hzWohnen im Marienviertel

Große Häuser, große Grundstücke: Das ist Wohnen im Marienviertel. Die Zukunft verspricht neue Wohnformen. Dafür gibt es ein Konzept.

Dorsten, Hervest

, 23.10.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gerhart-Hauptmann-Realschule an der Bismarckstraße gibt es nicht mehr. Sie macht Platz für Wohnträume im Marienviertel - einer begehrten, innenstadtnahen und doch ruhigen Wohngegend.

Auf dem fünf Hektar großen ehemaligen Schulgelände zwischen Bismarckstraße und Wienbach sollen Wohn- und Geschäftshäuser, Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Und viel Platz für Begegnungen aller Bewohner eingeräumt werden. Älter werdenden Menschen im Quartier sollen alternative Wohnformen angeboten werden.

„Viele unserer Ideen sind in den Plan eingeflossen“, sagt Prof. Werner Springer, einer der Aktiven in der Initiative Zukunft Marienviertel (IZM). Eine beispielhafte und engagierte Bürgerrunde, die in Dorsten auf andere abfärben soll.

Seniorenwohnen sei im Konzept enthalten, genossenschaftliches Wohnen berücksichtigt worden, zudem die Bebauung mit Einfamilienhäusern auf kleineren Grundstücken. Außerdem sei Platz für Begegnung geschaffen worden. „80 Prozent der Indikatoren, die wir Bürger in Workshops unserer Zukunftswerkstatt herausgearbeitet haben, sind im Konzept enthalten.“

Dieses städtebauliche Konzept für das Marienviertel sei in den Grundzügen von der Ratskommission für Stadtentwicklung im September begrüßt worden. So heißt es in einer Vorlage für den Umwelt- und Planungsausschuss der Stadt. Der trifft sich am 29. Oktober, 17 Uhr, im Rathaus, Halterner Straße.

90 Wohneinheiten in Ein- und Mehrfamilienhäusern

Vorgesehen sind 90 Wohneinheiten in Ein- und Mehrfamilienhäusern mit bis zu drei Geschossen. Es gibt fünf verschiedene Typen von Häusern: kleine Einfamilienhäuser (17) mit gemeinsamen Höfen und Nebengebäuden (sogenannte Teppichbebauung), Mehrfamilienhäuser (genossenschaftliches Modell) mit 50 Wohneinheiten, Mehrfamilien-Laubenganghäuser (8 Wohneinheiten), urbane Stadthäuser.

Wohnen im Marienviertel: Das kommt dabei heraus, wenn Bürger mitreden dürfen

So sieht das Planungskonzept des Planungsbüros Contur2 für das Gelände der ehemaligen Realschule aus. © Grafik Nina Dittgen

Acht weitere, im Plan enthaltene große Einfamilienhäuser auf großen Grundstücken im östlichen Teil des Bebauungsgebietes sieht die IZM aber kritisch: „Solche Häuser und Grundstücke haben wir in unserem Viertel zur Genüge. Wir würden es begrüßen, wenn stattdessen Mehrgenerationenwohnen und Wohnformen für Demenzerkrankte ermöglicht würden“, sagt Werner Springer.

Wirtschaftliche Aspekte der Vermarktung

Dieser Vorschlag der Initiative sei von der Ratskommission für Stadtentwicklung „nachvollzogen und grundsätzlich bejaht worden“. Allerdings möchte die Verwaltung wirtschaftliche Aspekte für die Vermarktung des Geländes beachtet wissen. „Falls erforderlich, kann dann über einen Verzicht von Einfamilienhäusern zugunsten von Geschosswohnungen nachgedacht und entschieden werden“, heißt es in einem Papier für den Fachausschuss.

2021 könnte der neue Bebauungsplan für das Gelände der Gerhart-Hauptmann-Realschule rechtskräftig werden, wenn alle Hürden termingerecht genommen werden. Im Haupthaus der ehemaligen Realschule an der Bismarckstraße ist das Fachseminar der Caritas für Altenpflege heimisch geworden. Nebengebäude der Schule und die Turnhalle werden abgerissen - und schaffen dann Platz für neues Wohnen.

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