Wulfener Markt: Stadt führt Verkaufsgespräche über die Immobilie

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Der Wulfener Markt ist noch nicht am Ende. Denn die Stadt führt weitere Verkaufsgespräche über die Immobilie - mit einem vielversprechenden Interessenten.

Wulfen-Barkenberg

, 13.02.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hohen Unterhaltungswert hatte der Zwangsversteigerungstermin für den Wulfener Markt im Oktober 2019. Leider entpuppte sich der Millionen-Bieter aus Heinsberg bei akribischen Überprüfungen als Windei - die Rechtspflegerin am Amtsgericht versagte auf Antrag der Entwicklungsgesellschaft Wulfen (EW) den Zuschlag. Das Verfahren ruht zurzeit.

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Doch nun gibt es eine Wendung, die zu einem guten Ende der vermeintlich unendlichen Geschichte um den Wulfener Markt führen könnte. Unabhängig voneinander bestätigten der Zweitbieter aus der Zwangsversteigerung, die Westfalia Bauservice Herne GmbH, und die Stadt Dorsten auf Anfrage der Dorstener Zeitung, dass sie zusammen mit weiteren Beteiligten über den Kauf bzw. Verkauf der Immobilie verhandeln.

999.999 Euro für den Wulfener Markt geboten

Der Herner Bieter und Geschäftsführer Winfried Lev hatte im Oktober 999.999 Euro für die Westfalia Bauservice auf den Tisch legen wollen, um den Wulfener Markt zu ersteigern. Bei dem Gebot von einer Million Euro des Heinsberger Bieters stieg er aus.

Nun aber hat Lev sein Interesse an dem Immobilienkauf erneuert, indem er außerhalb des Amtsgerichts Dorsten Kontakt zu der Entwicklungsgesellschaft Wulfen gesucht hat, dessen Geschäftsführer Hubert Große-Ruiken (Stadtkämmerer) und Holger Lohse (Stadtbaurat) sind. Lohse sagte am Mittwochabend in der Wulfenkonferenz, dass es Gespräche gebe. Große-Ruiken ergänzte am Donnerstag: „Es werden Gespräche mit den Gläubigerbanken und dem Zweitbieter geführt.“

Zwangsversteigerung könnte beendet werden

Jedes Zwangsversteigerungsverfahren kann ohne Gericht beendet werden, wenn sich Gläubiger (EW Wulfen und Banken) und Schuldner (Medico Immobilienfonds) einigen und es einen Erwerber (Westfalia Bauservice) gibt.

Bei einer außergerichtlichen Einigung, so die Auskunft von Hubert Große-Ruiken, seien die Parteien an keine Vorgaben gebunden. „Entscheidend ist, welche Vorstellungen die Gläubiger haben und ob sie bereit sind, die Eintragungen im Grundbuch zu den Bedingungen des Verhandlungsergebnisses zur Löschung zu bringen, obwohl sie vielleicht weniger Geld erhalten als erhofft.“

Die Löschung der Grundschulden sei entscheidend für den Erwerber. „Dieser wird naturgemäß nicht die Schulden - über den Verkaufspreis hinaus - übernehmen“, sagt Hubert Große-Ruiken. Somit sei das Verhandlungsergebnis immer von der Zustimmung aller Gläubiger und des bisherigen Grundstückseigentümers abhängig. „Das sind insbesondere die Stadt Dorsten und die Banken.“

Stadt schaut bei Solvenz und Konzept genau hin

Die Stadt legt naturgemäß Wert auf die Solvenz des Käufers und das städtebauliche Konzept, das dem Investor vorschwebt. Das hatte Große-Ruiken schon beim Zwangsversteigerungstermin deutlich gemacht. Winfried Lev sagte auf unsere Anfrage, dass sein Team an alternativen Plänen arbeite und die Solvenz seines Unternehmens der Stadt offenbart worden sei.

Die Stadt hofft nun, dass „es eine außergerichtliche Einigung geben kann, wie auch immer sie aussehen mag“. Das geht aber nur im Konsens mit allen Beteiligten.

Übereinkunft ist Voraussetzung

Kommt es nicht zu einer Übereinkunft, gilt die Sechsmonatsfrist für das Zwangsversteigerungsverfahren. Es ruht zurzeit. Weil die Stadt den Zuschlag versagen ließ für den Erstbieter, müsste Anfang Juli der Antrag für die Fortsetzung des Zwangsversteigerungsverfahren gestellt werden. Das dann wieder mit ungewissem Ausgang.

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