Wulfener Markt: SPD will, dass die Stadt die Schrottimmobilie kauft

hzWulfener Markt

Plötzlich wird der Wulfener Markt zum Thema: Die SPD Wulfen hat vom Leerstand wohl endgültig die Nase voll. Sie fordert den Abriss - obwohl noch Verhandlungen mit einem Investor laufen.

Wulfen-Barkenberg

, 22.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Beginn des Jahres führt die Stadt Gespräche mit einem potenziellen Investor für den Wulfener Markt. Winfried Lev, Geschäftsführer der Westfalia Bauservice Herne, hat sein ernsthaftes Interesse schon im Bieterverfahren vor dem Amtsgericht Dorsten bekundet und war seinerzeit aus dem Rennen ausgeschieden, weil er von einem Heinsberger überboten wurde.

Nachdem dieser aber wegen seiner unseriösen Geschäftsgebaren von der Entwicklungsgesellschaft Wulfen und der Stadt Dorsten abgelehnt worden war, brachte sich Lev wieder als möglicher Bauherr am Wulfener Markt ins Gespräch. Wegen Corona konnten die Verhandlungen bislang nicht forciert werden.

Dass nun die SPD Wulfen den Wulfener Markt zum Thema macht, begründet dessen Vorsitzender Swen Coralic so: „Wer durch Wulfen flaniert, wundert sich, dass zwischen der grünen Idylle abgesperrte Bauruinen vor sich hinvegetieren. Eingeschlagene Fensterscheiben, Graffiti und Wildwuchs hinter Bauzäunen – der Wulfener Markt ähnelt einer Kulisse aus einem Katastrophenfilm. Die SPD Wulfen drängt seit Jahren auf einen Erwerb der Fläche durch die Stadt Dorsten und einen umgehenden Abriss dieser ‚Schrottimmobilie‘.“

„Lieber Probleme in den Stadtteilen ernst nehmen“

Dann verschärft der SPD-Mann den Ton: „Mir ist schleierhaft, wieso jetzt die CDU versucht, die Stadtteilkonferenzen (mit einem Schreiben an die Vorsitzenden der Konferenzen) für sich zu instrumentalisieren. Die CDU sollte lieber die Probleme in den Stadtteilen, die schon lange diskutiert werden, ernst nehmen. Seit Jahren drängen wir als SPD-Ortsverein Wulfen auf eine Lösung für den Wulfener Markt.“

Zahlreiche öffentliche Bürgerversammlungen – unter anderem auch mit dem Baudezernenten Holger Lohse und dem Kämmerer Hubert Große-Ruiken – habe die SPD organisiert. Immer wieder sei sie vertröstet worden. „Uns wurde vor Bürgerinnen und Bürgern in einer Versammlung versprochen, dass vor den Wahlen eine Lösung auf dem Tisch liegt und wir deshalb unsere „Füße still halten sollen“.“ Es habe sich aber bis heute nichts verändert.

„Stadt soll das Gelände Wulfener Markt kaufen“

„Auch deshalb fordern wir weiterhin den Erwerb des Geländes durch die Stadt Dorsten und den Abriss des Wulfener Marktes. In einem Stufenplan sollen dann die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden, damit ihre Ideen in die Planung einfließen und umgesetzt werden. Die Vertröstungspolitik müsse ein Ende nehmen.

Der Ortsverein Wulfen hat die SPD-Ratsfraktion gebeten, einen Antrag in ihrem Sinne vorzubereiten. Die Genossen aus Wulfen kündigen an, „für eine umgehende Lösung zu kämpfen“.

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