Dorstener Hilfe für kranke Zähne armer Menschen in Tansania

hzDentists and Doctors for Tanzania

Eine Reise nach Tansania lässt Britta Hofmeister seit 2018 nicht mehr los. Die Dorstener Zahnärztin hat jetzt einen Verein gegründet, damit Zähne dort nicht nur gezogen werden können.

Dorsten

, 04.01.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Reise nach Afrika, ein Einsatz in Tansania, ein Bericht in der Zeitung - vor ziemlich genau zwei Jahren setzte Britta Hofmeister mit einer spontanen Entscheidung einen Prozess in Gang, der ihr inzwischen manchmal über den Kopf zu wachsen droht. Das gilt für die Organisation ihres Spendenprojekts, aber noch lange nicht für die Höhe der Spendengelder.

Ein kurzer Rückblick: 2018 packte die Zahnärztin Britta Hofmeister nach einem Hilferuf ihres Sohnes Falk, der als angehender Medizinstudent ein Praktikum dort absolvierte, Instrumente und Medikamente ein und startete auf eigene Faust mit ihrer Freundin, der Chirurgin Dr. Monika Held, zu einem Hilfseinsatz nach Arusha in Tansania.

Kurzfristige Hilfe ist der Dorstener Ärztin nicht genug

Der 14-tägige Kurzeinsatz in der privaten Olorien Community Clinic hat Spuren hinterlassen. Bei etlichen Patienten, deren langjährige Zahnschmerzen durch ein beherztes Ziehen des kranken Zahnes endlich beendet werden konnten, aber auch bei Britta Hofmeister, die seither wild entschlossen ist, in Afrika mehr als nur kurzfristige Hilfe zu leisten.

Aber „einfach so“ Spenden sammeln und weiterleiten - das geht im gründlichen Deutschland nicht, hat Britta Hofmeister gelernt. „Ich wollte für Spendengelder mal eben ein Konto eröffnen“, erinnert sie sich, „aber ich musste lernen, dass man dafür einen Verein gründen muss.“ Das ist inzwischen geschehen.

Neuer Verein hat sieben Gründungsmitglieder

Britta Hofmeister, ihr Mann Andreas Werner (Neurologe und Psychiater), Dr. Monika Held, Steuerberater Rouven Friederich, Falk Hofmeister, die Praxisangestellte Carolin Drüppel und Zahnarzt-Kollegin Dr. Diana Richarz sind Gründungsmitglieder des Vereins „Dentists and Doctors for Tanzania“.

Patienten und Bekannte haben bereits 2000 Euro gespendet, um die medizinische und zahnmedizinische Versorgung in Tansania zu verbessern.

Um dem Ziel näherzukommen, eine mobile und eine stationäre Behandlungseinheit für die Klinik in Tansania anzuschaffen und damit die Zahngesundheit der armen Bevölkerung durch kostenlose Behandlungen zu verbessern, sollen die Aktionen des Vereins jetzt richtig Fahrt aufnehmen.

Zuckerkonsum zerstört die Zähne der afrikanischen Kinder

Dr. Diana Richarz, die ab 6. Januar das Praxisteam von Britta Hofmeister verstärken wird, liegen außerdem die Prophylaxe und Aufklärung am Herzen. Sie war 2011 schon einmal für die Organisation „Dentists for Africa“ in Kenia und hat gesehen, welche dramatischen Folgen der ungebremste Zuckerkonsum und mangelnde Zahnhygiene für die Kindergebisse haben.

Dorstener Hilfe für kranke Zähne armer Menschen in Tansania

Bei ihrem Besuch in Tansania hat Britta Hofmeister dem Allgemeinmediziner Dr. Robert Byemba 2018 das Zähneziehen beigebracht. © privat

„Langfristig wäre es toll, wenn der Verein die Ausbildung eines Zahnarztes oder einer Zahnärztin finanzieren könnte, der oder die dann vor Ort arbeitet und in Schulen und Kindergärten über Zahngesundheit informiert“, erzählt Diana Richarz. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Prinzip, das der Dorstener Verein verfolgt. Britta Hofmeister ist da ganz pragmatisch: „Das soll ja für mich keine Lebensaufgabe sein. Ich möchte allerdings den Anstoß dazu geben, dass die Menschen in Arusha besser medizinisch versorgt sind.“

In zwei Jahren soll die Reise noch einmal nach Tansania gehen

Spätestens in zwei Jahren will sie wieder nach Tansania reisen und möglichst viel Hilfe im Gepäck haben. Auch Kleinmaterial wie Zangen, Spiegel und Zahnbürsten sind dort gefragt, aber großes Ziel bleibt die Behandlungseinheit mit Turbinen und Absauganlage. „Damit könnte man auch den einen oder anderen Zahn retten, während die Ausstattung bisher nur fürs Ziehen reicht.“ Aber selbst das sei für viele Patienten schon eine lebensrettende Erlösung, weil sie unerträgliche Schmerzen und Blutvergiftungen verhindert.

Britta Hofmeister will sich den Zahn von der Hilfe für Afrika auf jeden Fall nicht ziehen lassen.

10 Euro Jahresbeitrag für den guten Zweck

Das Spendenkonto

  • „Dentists and Doctors for Tanzania e.V.“ erhebt einen Mindest-Mitgliedsbeitrag von 10 Euro pro Jahr.
  • Für Spenden stehen Spendendosen in der Zahnarztpraxis Hofmeister, Pfarrer-Wilhelm-Schmitz-Straße 1a, in der Apotheke am Schölzbach und im Autohaus Köpper bereit.
  • Das Spendenkonto: Sparkasse Vest Recklinghausen, IBAN: DE55 4265 0150 1000 2431 78.
  • Nähere Informationen unter Tel. (02362) 998599.
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