Zehnjähriger Junge kann jetzt endlich nach vorne schauen

hzMissbrauchsprozess

Mit einer Überraschung begann am Montag der zweite Verhandlungstag im Missbrauchsprozess gegen einen Azubi aus Rhade. Kurz darauf konnte das Landgericht Essen auch schon das Urteil sprechen.

Dorsten

, 18.05.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Hatte der Angeklagte zu Prozessbeginn noch abgestritten, einen acht Jahre alten Jungen aus der Nachbarschaft unsittlich berührt zu haben, wollte er nun offenbar doch reinen Tisch machen. Also gestand der 20-Jährige den Übergriff auf das Kind doch noch - und machte damit den Weg für einen kurzen Prozess frei.

Schon am ersten Verhandlungstag hatte der heute zehnjährige Junge von verbotenen Berührungen und „Geheimaufträgen“ erzählt, die er als sehr unangenehm empfunden habe. Unter anderem sei der Angeklagte an einem Foto der Mutter des Kindes unter der Dusche interessiert gewesen. Auch habe er die Nachbarin im Schlafanzug fotografieren sollen.

Angeklagter muss Sexualtherapie machen

Nach dem Geständnis des Angeklagten ging dann alles ganz schnell. Die Staatsanwaltschaft beantragte in ihrem Plädoyer eine Jugendstrafe von zehn Monaten. Das Gericht beließ es im Urteil schließlich bei sechs Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Auflage muss der Azubi allerdings eine ambulante Sexualtherapie absolvieren, die auch nicht gegen den Willen des Therapeuten abbrechen darf.

Zufrieden zeigte sich am Ende auch Anwalt Thomas Schwieren als Vertreter des Jungen. „Es ist wichtig, dass jetzt Klarheit herrscht und der Junge nicht als Lügner dasteht. Die Familie kann jetzt nach vorne schauen.“

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