Zeitlimit und Strafandrohung: Neues Parkkonzept für Einkaufszentrum

hzParkplätze

Weil zu viele Dauerparker die kostenlosen Kundenparkplätze eines Einkaufszentrums in Dorsten blockiert haben, stellt der Eigentümer Regeln auf. Wer sich nicht daran hält, kassiert Knöllchen.

Dorsten, Wulfen-Barkenberg

, 05.06.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem die Einfahrten zur Tiefgarage der ehemaligen Ladenzeile des Wulfener Markts vor gut einem Jahr aus Sicherheitsgründen mit Bauzäunen abgesperrt worden waren, suchten sich die Autofahrer anderswo in der Umgebung kostenlose Parkplätze.

Sie wurden auf dem benachbarten Parkplatz vor dem PEP-Einkaufszentrum fündig - und besetzten so Parkraum, der eigentlich für die Kunden der dortigen Geschäfte vorgesehen ist. Doch damit ist nun Schluss.

Auch ein neuer Zaun wurde aufgestellt.

Auch ein neuer Zaun wurde aufgestellt. © Guido Bludau

Denn die Immobilien-Gesellschaft T 5 als Eigentümerin des Geschäftszentrums in Wulfen-Barkenberg hat dem kostenlosen Dauerparken dort einen Riegel vorgeschoben. Denn seit ein paar Tagen weisen Hinweisschilder darauf hin, dass auf dem dortigen Privatparkplatz „Wulfener Straße 350 bis 390“ und damit vor den Filialen von Rewe, Aldi, Rossmann, Tedi, KiK und so weiter das Parken nur noch mit Parkscheiben während der Geschäftszeiten erlaubt sei. Höchstparkdauer: 90 Minuten.

Zaun trennt Weg vom Parkplatz ab

Zudem trennt nun ein Zaun den Weg zur Gesamtschule Wulfen hin ab. Es gibt seitdem nur noch einen Zugang für Radfahrer und Fußgänger hin zum Einkaufszentrum.

Jetzt lesen

T 5-Geschäftsführer Frank Balster erklärt auf unsere Anfrage, dass mit diesen Maßnahmen die aktuelle Umbauphase des dortigen Bereichs abgeschlossen sei. Bekanntlich war der dortige Aldi-Markt kürzlich modernisiert worden.

Der neue Zaun sei zur „Objektsicherheit gedacht, da es dort zuletzt häufiger Diebstähle gegeben hat“, so Balster. Die gut 220 Stellplätze des PEP-Einkaufszentrums sollen künftig ausschließlich den Kunden zur Verfügung stehen, sagt er. „In 90 Minuten hat man den Einkauf ja geschafft.“

50 Plätze von Fremdnutzern belegt

Frank Balster betont, dass in der Vergangenheit durchschnittlich 50 Parkplätze auf der Fläche von Fremdnutzern belegt gewesen seien. Darunter Wagen von Anwohnern, aber auch Firmen- und Mitarbeiter-Fahrzeuge des dortigen Post-Verteilzentrums (die vorher die Tiefgarage genutzt haben).

Und auch Lehrer der benachbarten Gesamtschule Wulfen stellten dort ihre Fahrzeuge ab. Die Folge: „Wenn der Parkplatz voll war, hielten die Kunden am Fahrbahnrand und blockierten dort den Verkehr“, erzählt Frank Balster. „Das war ja auch kein Zustand.“

Jetzt lesen

Wer auf dem Parkplatz künftig widerrechtlich parkt, dem drohen Vertragsstrafen: 15 Euro für die Überschreitung der Höchstparkdauer, 20 Euro für die Falsch-Nutzung des Behindertenparkplatzes, 25 Euro für das Parken außerhalb des markierten Stellplätze.

Überschüsse spenden

Die Knöllchen werde T 5 selbst einziehen und keine Security-Firma damit beauftragen, erklärt Frank Blaster. „Wir wollen aber keinen Gewinn damit machen, sondern die Überschüsse an gemeinnützige Einrichtungen in Barkenberg, wie zum Beispiel das Gemeinschaftshaus Wulfen, spenden.“

Die neuen Hinweisschilder.

Die neuen Hinweisschilder © Guido Bludau

Da die Tiefgarage des benachbarten Wulfener Marktes sicherlich noch länger gesperrt bleibt, dürfte die neue Parkregelung auf dem PEP-Gelände dafür sorgen, dass der Parkdruck in diesem Teil Barkenbergs zunehmen wird. Auch die Gesamtschule Wulfen hat schon seit Längerem darunter zu leiden.

Vor Schulbeginn belegt

„Eigentlich hätten wir genügend eigene Parkplätze: An der Schule 80, weitere etwa 60 bis 70 an der Groß-Sporthalle“, sagt Schulleiter Hermann Twittenhoff. „Aber: Schon morgens vor Schulbeginn sind an der Schule 10 bis 15 Parkplätze von Angestellten der Post belegt, weil die ja keinen eigenen Parkplatz haben.“

Twittenhoff versteht den „Leidensdruck der Angestellten“, betont er. „Aber es parken auch andere Fremde auf dem GSW-Parkplatz. Die Gewerbeansiedlungen der vergangenen Jahre habe seinen Worten zufolge nicht zu mehr Parkflächen geführt. Die Schule habe schon Zettel mit der Aufschrift „7 bis 16 Uhr für Schule reserviert“ an die Windschutzscheiben der parkenden Autos geheftet. „Das hat aber nichts gebracht.“

Lesen Sie jetzt