Der Tisa-Brunnen wird in seiner ursprünglichen Form weder im Original noch als Replik wieder aufgebaut. © Privat
Tisa-Brunnen

Zukunft des Tisa-Brunnens: Kunstbeirat mit überraschendem Votum

Zwar muss der Rat endgültig entscheiden, doch dem Vernehmen nach hat sich der Kunstbeirat zur Zukunft des Tisa-Brunnens festgelegt - das Ergebnis überrascht in seiner deutlichen Mehrheit.

Soll der ursprüngliche und vor einem Jahr abgebaute „Tisa-Brunnen“ auf dem Marktplatz als Nachbau in Beton oder Bronze wieder auferstehen? Oder soll ein gänzlich anderes Wasserspiel mit „Tisa-Bezug“ dort am Alten Rathaus entstehen? Diese Frage hat im Laufe des vergangenen Jahres die Dorstener Öffentlichkeit sehr bewegt.

Jetzt ist eine erste Richtungsentscheidung gefallen. Der Dorstener Kunstbeirat entschied laut Informationen unserer Redaktion am Dienstag in nicht-öffentlicher Sitzung mit großer Mehrheit, dass es seiner Auffassung nach keine Replik des ehemaligen, von der Künstlerin und Dorstener Ehrenbürgerin Tisa von der Schulenburg entworfenen Bauwerks geben sollte.

Ratssitzung Ende Juni

Zwar wird erst der Dorstener Stadtrat am 30. Juni ein endgültiges Votum fällen. Doch die Politik war schon im Vorjahr der Empfehlung des Kunstbeirats gefolgt, das marode Original nach dem zwischenzeitlichen Abbau nicht mehr zu sanieren und wiederaufzubauen.

Einzelheiten über den Verlauf waren offiziell ansonsten nicht zu erfahren. „Im Augenblick möchten wir aus der gestrigen Sitzung des Beirates nichts berichten“, so Ludger Böhne, Pressesprecher der Stadt.

Nur so viel: „Die Diskussion war sehr facettenreich, das Ergebnis ist komplex und lässt sich nicht auf die Frage reduzieren, ob eine Replik oder ein neuer Brunnen errichtet wird und lässt sich auch nicht in wenigen Sätzen zusammenfassen.“

Künstlerin Tisa von der Schulenburg vor dem im Winter bepflanzten Marktplatz-Brunnen, deren Reliefarbeiten sie entworfen hat. Datum der Aufnahme ist unbekannt. © Privat © Privat

Abgesehen davon würden noch weitere Gespräche geführt mit den direkt mit dem Brunnen befassten „Kümmerern“ (unter anderem mit der Sparkasse, IPE, Tisa-Stiftung) zur Vorbereitung der Ratsentscheidung in drei Wochen.

Vorlage wird vorbereitet

Mit den Fraktionen sei laut Böhne vor der Beiratssitzung abgestimmt worden, dass die Verwaltung diese Gespräche führt und die verschiedenen Meinungsbilder (Online-Befragung, bürgerschaftliche Beratung, Kunstbeirat, Konvent, Kümmerer) in einer Vorlage und einer umfassenden Anlage für den Rat zusammenführt.

Der Rat entscheidet dann unmittelbar und ohne Vorberatung in einem Fachausschuss.

Sprechen sich nach ihren Beratungen auch die Ratsfraktionen für einen gänzlich neuen Brunnen aus, könnte laut Aussage der Stadt in einer Art Wettbewerb über dessen Gestaltung entschieden werden. Wie aus diesem Wettbewerb eine Entscheidung gefunden wird, sei noch nicht festgelegt. Vorstellbar sei eine Kombination aus Jury-Beratung und Bürgerbeteiligung.

Überlegungen zu Relief-Platten

Derweil macht sich eine mehrköpfige Arbeitsgruppe Gedanken darüber, wo die vor dem Abbau gesicherten Original-Relief-Brunnen-Platten der Künstlerin, auf der sie in Wort und Bild die Stadtgeschichte verewigt hatte, aufgehängt werden sollen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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