Quer durch die Dortmunder Innenstadt führte die Suche mit Spürhündin June. © Dennis Werner
Suche der Polizei

Einsatz in der City: Spürhund auf Westenhellweg unterwegs – mit Video

Mit einem Spürhund ist eine Gruppe Polizisten über den vollen Ostenhellweg quer durch die Dortmunder City bis zum Hauptbahnhof gezogen. Die Hündin verfolgte eine heiße Spur. Wir waren dabei.

Plötzlich geht alles ganz schnell. Die Polizeihündin June hat eine Spur, und wenn sie läuft, müssen die Beamten hinterher. Mit großen Schritten eilen die Polizisten durch die Dortmunder Innenstadt. Immer der Nase nach geht es quer durch die City.

Die Suche beginnt am Donnerstagabend auf dem Heiligen Weg, an der Ecke Kaiserstraße. Ein dunkler Van mit Blaulicht steht mitten auf der Kreuzung, Polizeiwagen und zwei Polizisten auf Fahrrädern sperren die angrenzenden Straßen. June, die braundunkle Gebirgsschweißhündin bewegt sich noch im Kreis, doch dann hat sie Witterung.

Schnellen Schritts geht es in Richtung Wall. Immer wieder müssen die Polizisten die Straßen sperren, damit June freie Bahn hat. Hinterher werden die Beteiligten erzählen, dass es wichtig ist, dass sie einfach laufen kann, die Spur immer weiterverfolgen, am besten ohne Ablenkung. Autos müssen warten, der Suchhund hat Vorfahrt. Zwischendurch müssen die Polizisten da auch mal rennen.

Polizisten haben eine Kappe und eine Schuhsohle dabei

Doch was ist passiert? Warum gibt es diese wilde Suche durch die Stadt? Ein Altenheim im Kaiserviertel hatte einen Bewohner als vermisst gemeldet. Ihn gilt es zu finden.

Neben dem Hundeführer hat ein weiterer Polizist eine Plastiktüte dabei. Darin eine Kappe des Gesuchten. Auch eine Schuhsohle führen die Polizisten mit, damit Gebirgsschweißhündin June immer wieder Witterung aufnehmen kann.

Über den Wall geht es direkt auf den Ostenhellweg. Es ist voll, viele gehen nach dem Feierabend noch einmal shoppen. Die Gruppe Polizisten fällt auf. Immer wieder müssen die Beamten die Passanten bitten, Platz zu machen. „Nicht ansprechen“, ruft der Hundeführer jemandem zu. June darf nicht abgelenkt werden.

Viele Ablenkungen auf der Brückstraße

Bei Peek & Cloppenburg biegt die Gruppe nach rechts ab. Immer wieder fahren die Polizisten auf den Fahrrädern voraus, um gegebenenfalls die Bahn frei zu machen. Am Platz von Leeds geht es auf die Brückstraße. June, für die das Suchen harte Arbeit ist, bekommt eine Pause.

Ablenkungen gibt es auf der Brückstraße genug. Es riecht nach Döner und Pommes-Fett, Menschen laufen kreuz und quer. June reagiert kaum darauf, schnuppert nur mal hier und dort. Kurz. Die eigentliche Spur verfolgt sie weiter.

Die Polizisten sind froh, dass die Hündin so eindeutig zeigt, dass sie ihr Ziel immer noch in der Nase hat. Es sind Körperzellen, die die Hündin erschnuppert. Egal wo man geht und steht, immer wieder verlieren wir Menschen Hautschuppen oder andere Zellen. Ganze Wolken verteilen sich so überall. Die speziell ausgebildete Hündin ist in der Lage, dies aufzunehmen.

Am Cinestar gibt es Entwarnung über Funk

Es geht Richtung Stadt- und Landesbibliothek und von dort in den Durchgang zum Hauptbahnhof. Hier ist es ruhiger, und die Hündin sucht wie wild. Immer wieder will sie in einen der U-Bahn-Schächte. Die Vermutung: Der vermisste Mann muss wohl hier in die U-Bahn gestiegen sein. Seine unsichtbaren Körperzellen haben sich womöglich über das Lüftungssystem verteilt.

June läuft in Richtung Cinestar. Sie sucht den ganzen Platz ab, doch schließlich gibt es Entwarnung über Funk. Der Mann hat allein wieder zurück in das Seniorenheim gefunden. Für June gibt es eine Belohnung, dann darf sie sich im Polizei-Van ausruhen.

Die Polizisten der verschiedenen Abteilungen – Hundestaffel, Fahrradstaffel, Streife und Kriminalkommissariat haben sich für diese Suche koordinieren müssen. Die Zusammenarbeit habe gut funktioniert, und auch June habe ihre Arbeit gut gemacht.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Leitender Redakteur, seit 2010 in der Stadtredaktion Dortmund, seit 2007 bei den Ruhr Nachrichten.
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