Eine 53-jährige Dortmunderin hat gestanden, einen Bekannten im September 2020 vor ihrem Haus niedergestochen zu haben. © dpa (Symbolbild)
Landgericht

Frau sticht Bekannten mit Messer nieder: Diese Strafe erwartet sie

Im Streit stach eine 53-jährige Frau aus der Nordstadt im September 2020 einen flüchtigen Bekannten nieder. Beim Urteil des Landgerichts musste sie tief schlucken.

Nach einer blutigen Messerattacke auf einen Mann in der Nordstadt hat das Landgericht eine 53-jährige Frau zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Sie selbst hatte sichtlich auf eine deutlich mildere Bestrafung gehofft.

In ihrem Geständnis hatte sie zwar eingeräumt, ihren Bekannten auf dem Gehweg vor ihrem Haus niedergestochen zu haben. Dabei hatte sie jedoch eine Tatversion geschildert, die nahe an die Grenze zur Notwehr herangekommen war.

Notwehr-Version geschildert

Angeblich hatte sie zusammen mit ihrer Schwester und dem Mann die Stunden vor der Bluttat mit reichlich Alkohol zugebracht. Als der Mann dann plötzlich frech und unverschämt geworden sei, habe sie ihn aus der Wohnung werfen wollen, so die 53-Jährige. Der Mann habe sich aber nicht wegschicken lassen, sondern immer weiter gepöbelt.

Vor der Haustür soll es dann dazu gekommen sein, dass der Mann erst die Schwester der Angeklagten beschimpfte und dann auch noch eine leere Bierflasche in deren Richtung warf.

Rechtsanwalt Marco Ostmeyer kündigte gegen das Urteil Revision an.
Rechtsanwalt Marco Ostmeyer kündigte gegen das Urteil Revision an. © Martin von Braunschweig © Martin von Braunschweig

Da habe sie das Gefühl gehabt, sich und ihre Schwester mit dem Messer verteidigen zu müssen, so die Angeklagte. Die Richter ordneten außerdem an, dass der Messerstecherin einen Teil der Haftstrafe in einer geschlossenen Drogenklinik verbüßen muss. Die Frau kündigte zusammen mit ihrem Verteidiger Marco Ostmeyer Revision an.

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