Ferda Yildirim möchte vor ihrem Café auch gern Außengastronomie anbieten. © Oliver Volmerich
Corona-Lockerungen

Gastronomin will öffentliche Parkplätze für Außengastro nutzen

Gastronomen hoffen auf Lockerungen - doch nicht jeder hat einen Außenbereich, um Gäste zu bewirten. Eine Gastronomin will nun öffentliche Parkplätze nutzen - und hat sich an die Stadt gewandt.

Die Auslagen sind gut und lecker gefüllt: Frische Salate, belegtes Fladenbrot, Börek und Kuchen. Zurzeit gibt es die Köstlichkeiten im Café Auszeit allerdings nur „außer Haus“. Café-Betreiberin Ferda Yildirim würde sie aber zu gern bald im oder zumindest vor dem Ladenlokal servieren.

Die Eröffnung eines eigenen Cafés war ein langgehegter Traum von Ferda Yildirim. Doch der Start des Café Auszeit in bester Lage gleich gegenüber vom Landgericht an der Kaiserstraße im September fiel mitten in die zweite Welle der Corona-Pandemie.

Die Auslagen des Café Auszeit von Ferda Yildirim sind gut gefüllt – allerdings nur für den Außer-Haus-Verkauf. © Oliver Volmerich © Oliver Volmerich

Ferda Yildirims Glück: Sie bekommt tatkräftige und finanzielle Unterstützung und hat eine sehr großzügige Vermieterin. „Wir mussten am Anfang nur die Nebenkosten zahlen“, berichtet die junge Gastronomin. Doch nun hofft sie darauf, dass mit sinkender Inzidenz die Gastronomie wieder richtig öffnen kann.

Die Perspektive dafür ist da. Weil die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 bleibt, können Cafés, Restaurants und Kneipen voraussichtlich ab dem 27. Mai wieder öffnen – allerdings vorerst nur mit Außengastronomie. Innenräume können erst wieder genutzt werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz dauerhaft unter 50 sinkt.

Parkbuchten als Übergangslösung

Die Sorge von Ferda Yildirim: „Ohne Außengastronomie habe ich keine Überlebenschance.“ Doch der Platz auf dem Gehweg der Kaiserstraße vor der Tür ihres Cafés ist eng. Aber sie hat eine Idee, wie sie Tische und Stühle nach draußen bringen kann.

„Ich würde gern drei Parkbuchten vor der Tür nutzen“, erklärt Ferda Yildirim. Und sie hat dafür bereits einen Plan parat: Auf einem hölzernen Podest, das schnell wieder entfernt werden kann, könnten insgesamt sechs Tische, zwei pro Parkbucht, platziert werden.

Den Antrag dazu will Ferda Yildirim nach Rücksprache mit ihrer Vermieterin kurzfristig bei der Stadtverwaltung einreichen. Die hat Gastronomen ausdrücklich dazu ermuntert, die Möglichkeiten der Außengastronomie zu nutzen, rollt ihnen dafür gewissermaßen sogar den roten Teppich aus: Die Stadt verzichtet wie auch schon 2020 auch in diesem Jahr auf die sonst üblichen Sondernutzungsgebühren für die Nutzung öffentlicher Flächen und verspricht Rat und Hilfe bei Anträgen dafür.

„Ein Erweiterungswunsch von Gastronomen für die Corona-konforme Nutzung von Flächen der Außengastronomie prüft das Ordnungsamt in jedem Einzelfall wohlwollend“, heißt es aus der Verwaltung auf Nachfrage. Dabei seien natürlich auch die Interessen von Anliegern, der Fuß- und Radverkehr und Rettungswege zu berücksichtigen.

Rückendeckung gibt es auch von der örtlichen Politik. Die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost verabschiedete Anfang Mai einen CDU-Antrag, Pläne für Außengastronomie zu unterstützen – wie es die Verwaltung ja auch schon versprochen hat. Auf Anregung der Grünen wurde noch der Zusatz aufgenommen, auch die Nutzung von Parkbuchten für Außengastronomie vorübergehend zu ermöglichen, ergänzt Bezirksbürgermeisterin Christiane Gruyters (Grüne).

Bewirtschaftete Parkplätze als Problem

Die Nutzung von Parkplätzen für Außengastronomie sei durchaus möglich, erklärt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Das werde „unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation im Einzelfall geprüft“.

Allerdings: Parkplätze in Anwohner-Parkzonen und „bewirtschaftete Parkflächen“, für die man also Parkgebühren zahlen muss, sollen nicht freigegeben werden. „Dies gilt auch für die Kaiserstraße, in der ein hoher Parkdruck zu verzeichnen ist“, so der Stadtsprecher.

Der Antrag von Ferda Yildirim hätte damit eigentlich keine Chance. Doch es gibt noch Hoffnung. Denn Oberbürgermeister Thomas Westphal teilt die rigorose Aussage des Ordnungsamtes, das bewirtschaftete Parkplätze grundsätzlich tabu seien, nicht. „Es muss jeder Einzelfall geprüft werden“, sagte Westphal auf Nachfrage.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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