Abschließbar und wetterfest: neue Fahrradhäuschen an der Paulinenstraße. © Gregor Beushausen
Fahrrad-Stellplätze

Im Unionviertel entstehen 210 Fahrrad-Stellplätze – aber nicht für alle

Der Spar- und Bauverein stattet seine modernisierten Häuser im Unionviertel mit Stellplätzen für Fahrräder aus - und beantragt Zuschüsse für die Maßnahme. Doch die Sache hat mehrere Haken.

Seit 2018 nimmt der Spar- und Bauverein große Summen für die Modernisierung seiner Wohnungen im Unionviertel in die Hand. Rund 42 Millionen Euro sollen bis Ende 2021 geflossen sein. Gleichzeitig hat die Genossenschaft begonnen, ihr Quartier mit Fahrradstellplätzen auszustatten. Beispielsweise in der Rittershaus- und der Paulinenstraße.

Weitere Stellplätze sollen folgen – etwa an den Häusern Heinrichstraße 30 und 32 sowie Heinrichstraße 40 bis 48 und 45 bis 56. Bis Jahresende sollen insgesamt 210 neue Abstellplätze im Unionviertel geschaffen sein.

Einige Stellplätze in Form von Fahrradbügeln sind mit einem einfachen Dach versehen, das begrünt werden soll. Komfortabler erweisen sich die hölzernen Fahrradhäuschen, die der Spar- und Bauverein für einen weiteren Teil der Wohnhäuser baut. Sie bieten einen Allwetter-Schutz und sind abschließbar.

Der Geldtopf wäre auf einen Schlag leergeräumt

Eines haben alle Stellplätze gemeinsam: Sie stehen auf Grundstücken des Spar- und Bauvereins. Zudem befinden sich die meisten Fahrradhalter in den Innenhöfen, die in der Regel den Hausbewohnern vorbehalten sind. Genau da liegt einer der Haken.

Der Spar- und Bauverein möchte sich einen Teil seiner neuen Anlagen fördern lassen. Wohl wissend, dass auch die Vor-Ort-Politiker in der West-Stadt über einen Fördertopf verfügen. In diesen Topf möchte nun auch die Genossenschaft greifen – und hat dazu einen entsprechenden Antrag vorgelegt.

Problem dabei: Würden die Politiker den Wünschen in Gänze folgen, wäre der Topf auf einen Schlag leergefegt. Rund 150 000 Euro hat der Spar- und Bauverein insgesamt für seine Maßnahmen veranschlagt.

Stellplätze müssten für Öffentlichkeit nutzbar sein

Davon sind 60 Prozent förderfähig, mithin gut 83 000 Euro. Tatsächlich haben die Bezirksvertreter für solche Maßnahmen gerade noch 18 000 Euro zu vergeben. Dessen ist sich der Spar- und Bauverein bewusst – bittet aber dennoch „um Durchsicht und Prüfung“, ob und wie viel Zuschüsse möglich sind. Bereits das wird schwierig.

Nicht ausgeschlossen, dass es am Ende sogar auf null hinausläuft: Zwar sind die Politiker nicht generell abgeneigt, den Bau von Fahrradplätzen zu unterstützen. Voraussetzung müsse jedoch sein, „dass sie auch für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen“, wie SPD-Fraktionschef Olaf Meyer sagt.

Genau diese Bedingung erfüllen die Anlagen offenbar nicht. „Die Stellplätze sind ausschließlich für unsere Bewohner gedacht“, sagt eine Sparbau-Sprecherin auf Anfrage. Das Ende der Fahnenstange? Die Vor-Ort-Politiker jedenfalls haben sich die Entscheidung noch offengehalten. Sie wünschen zunächst weitere Informationen. In der nächsten Sitzung am 28.4. soll dann Klarheit herrschen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jahrgang 1961, Dortmunder. Nach dem Jura-Studium an der Bochumer Ruhr-Uni fliegender Wechsel in den Journalismus. Berichtet seit mehr als 20 Jahren über das Geschehen in Dortmunds Politik, Verwaltung und Kommunalwirtschaft.
Zur Autorenseite
Avatar

Haltern am Abend

Täglich um 19:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt