Auf dieser Brachfläche soll ein neues Wohnquartier entstehen. Die Gebäude im Hintergrund liegen an der Märkischen Straße. © Oliver Volmerich
Wohnungsbau-Pläne

Top-Grundstück am Cityrand: Reichlich Platz für neue Wohnungen

Durch Lücken- und Brachflächen-Bebauung sollen neue Wohnungen in Dortmund entstehen. Jetzt gibt es konkrete Pläne für bis zu 300 Wohnungen auf einem Ex-Bahnareal in bester Innenstadt-Lage.

Dortmund braucht dringend neue Wohnungen. Und die sollen möglichst nicht auf der grünen Wiese, sondern auf Brachflächen entstehen. Ein echtes Filetgrundstück hat dabei ein privater Dortmunder Investor in der südlichen Innenstadt ausgemacht – nur wenige hundert Meter vom Wallring entfernt.

Das Grundstück ist echtes Hinterland: Es liegt zwischen Märkischer Straße und Heiligem Weg an der Ernst-Mehlich-Straße hinter einem Riegel von teils leerstehenden Gewerbebauten direkt an der S-Bahn-Linie S4.

Privater Investor hat Fläche gekauft

Das ehemalige Bahngelände nahe des früheren Ostbahnhofs liegt schon seit vielen Jahren brach. Nur noch ein paar alte Schuppen erinnern an die frühere Nutzung. Wohnbaupläne für das Areal gibt es schon länger. Bereits 2009 wurde die Aufstellung eines Bebauungsplans für einen Wohnstandort beschlossen. Das Vorhaben will ein privater Dortmunder Investor, der die Fläche gekauft hat, nun in die Tat umsetzen.

Nach einem ersten Entwurf für ein Wohnquartier regte der Gestaltungsbeirat, der Verwaltung und Politik in Architektur- und Städtebau-Fragen berät, an, ein Qualifizierungsverfahren mit Entwürfen mehrerer Büros einzuholen. Unter vier Vorschlägen setzte sich der Entwurf des Potsdamer Architekturbüros Axthelm Rolvien durch, der nun Grundlage für das Bebauungsplan-Verfahren werden soll.

Der siegreiche Entwurf des Büros Axthelm Rolvien sieht zwischen sechs und acht Wohnhäuser für die ehemalige Bahnfläche zwischen S-Bahn und Ernst-Mehlich-Straße vor. Landmarke im Hintergrund ist der Wasserturm am Heiligen Weg. © Axthelm Rolvien © Axthelm Rolvien

Der Entwurf sieht eine kleine „Parklandschaft“ mit zunächst sechs einzelnen Häusern vor. Vier Häuser mit bis zu sechs Etagen, die mit zweigeschossigen Bauten verbunden sind, bilden ganz im Norden einen Riegel zur Trasse der S-Bahn-Linie 4 – auch als Schallschutz, wie es in einer Informationsvorlage der Verwaltung für die Politik heißt. Zwei weitere Gebäude liegen südlich davon in Richtung Ernst-Mehlich-Straße.

Ensemble mit grünen Innenhöfen

„Durch die lockere, offene und versetzte Gebäudeanordnung entstehen im Inneren des Quartiers vier geschützte Innenhöfe, welche Spiel- und Bewegungsflächen und eine intensive Freiraumnutzung der Bewohner ermöglicht“, erklären die Stadtplaner. Das Quartier füge sich stadträumlich gut in die Umgebung ein, sind sie überzeugt.

Der Entwurf von Axthelm Rolvien sieht einen Riegel aus vier miteinander verbundenen Gebäuden entlang der S-Bahn-Trasse (oben) und zwei weitere Wohnhäuser südlich davon vor. Zwei weitere Wohngebäude könnten optional weiter westlich nahe der Ernst-Mehlich-Straße entstehen. © Axthelm Rolvien © Axthelm Rolvien

Lediglich ein von Axthelm Rolvien vorgesehenes Gebäude mit zehn Geschossen sieht die Planungsverwaltung kritisch und empfiehlt, auch dieses Haus auf sechs Etagen zu begrenzen. Auf der anderen Seite sieht man die Möglichkeit, das Wohnquartier um zwei westlich angrenzende Grundstücke zu erweitern und dort zwei weitere Wohnhäuser zu bauen. Dazu hätte es bereits erste Kontakte mit den Eigentümern gegeben, heißt es.

Platz für bis zu 300 Wohnungen

Wenn sich auch diese Pläne realisieren lassen, wäre auf der Fläche an der Ernst-Mehlich-Straße reichlich Platz für neues Wohnen: Entstehen könnten hier zwischen 260 und 300 Wohneinheiten, rechnen die Planer vor. Mindestens ein Viertel davon soll, wie vom Rat für neue Wohngebiete grundsätzlich beschlossen, mit öffentlicher Förderung und entsprechend niedrigeren Mietpreisen entstehen.

Bis tatsächlich gebaut werden kann, wird aber noch einige Zeit vergehen. Denn erst einmal muss das Bebauungsplan-Verfahren unter anderem mit Untersuchungen zu Schallschutz, Verkehr und Artenschutz vorangetrieben werden. Dabei sind noch einige offene Fragen zu klären. Als schwierig gilt die Erschließung des Wohnquartiers, das nur über eine schmale Stichstraße von der Ernst-Mehlich-Straße aus zu erreichen ist.

Pkw-Stellplätze für die Bewohner sollen in einer Tiefgarage geschaffen werden – wobei das Fahrrad im neuen Wohnquartier das bevorzugte Verkehrsmittel sein soll. Aus gutem Grund: Denn neben der S-Bahn-Trasse, also unmittelbar vor dem geplanten Häuserriegel, soll der Radschnellweg Ruhr (RS1) verlaufen. Auch da sind noch Fragen etwa zum Abstand zwischen Wohnen und Radschnellweg zu klären.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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