An der Straße In der Esche in Brechten bereitet das Immobilien-Unternehmen Vivawest den Abriss von 18 Häusern mit insgesamt 70 Wohnungen vor. © Felix Guth (Archiv)
Vivawest

18 Häuser mit 70 Wohnungen fallen in Brechten dem Abriss-Bagger zum Opfer

In einer Straße in Brechten will die Immobilienfirma Vivawest noch in diesem Jahr 18 Häuser abreißen lassen. Alle Mieter sind ausgezogen – darunter Familien mit Kindern und Senioren.

Noch in diesem Jahr will die Immobilienfirma Vivawest 18 Häuser mit insgesamt 70 Wohnungen in der Straße In der Esche in Brechten abreißen lassen. Das teilt Stadtrat Ludger Wilde der Bezirksvertretung Eving auf Anfrage der CDU-Fraktion mit. Die Beseitigung der Gebäude werde derzeit vorbereitet, nachdem alle Mieter ausgezogen seien.

Die CDU-Fraktion hatte in ihrer Anfrage im Februar dieses Jahres festgestellt: „Nachdem die Häuser leer gezogen wurden, entwickelt sich das Gebiet zu einem Raum, der zunehmend Ziel von Graffiti-Schmierern und illegalen Müllkippern wird. Nach zwei Bränden in den leerstehenden Gebäuden hat sich die Situation weiter verschärft.“

Neubebauung ist für 2021 vorgesehen

Eine Genehmigung für den Abriss, der drei bis vier Monate dauern werde, sei nicht nötig. Die Neubebauung sei dann für 2021 vorgesehen. Vivawest bietet laut Wilde an, das Planungskonzept, für das ein Bauvorentscheid beantragt werden soll, auch in der Bezirksvertretung vorzustellen.

Problem der alten Häuser: Sie stehen schief, weil sie sich innerhalb eines Bergbau-Senkungstrogs befinden. Eine Modernisierung sei deshalb ausgeschlossen. Das hatte Vivawest der Bezirksvertretung Eving bereits im September 2018 mitgeteilt.

Vorhandene Grundstücke besser ausnutzen

Bei der Neubebauung sollen die vorhandenen Grundstücke besser genutzt werden, sodass auf dem vorhandenen Gelände mehr Wohnungen als bisher Platz finden sollen. Die Mieter seien bereits im April 2018 darüber informiert worden. Das Unternehmen habe ihnen geholfen, Ersatzwohnungen zu finden. Betroffen waren ganz unterschiedliche Mietergruppen: Singles, Paare, Familien mit Kindern und Senioren.

„Unsere Mieter zeigen überwiegend Verständnis für die Maßnahmen“, sagte 2018 Vivawest-Sprecher Uwe Schäfer, „auch wenn es für den einen oder anderen zu unvermeidbaren Unannehmlichkeiten führt.“ Sie konnten sich bei Interesse für die Neubauten vormerken lassen.

Geländeabsenkungen kommen an mehreren Stellen vor

Solche Geländeabsenkungen kommen im Ruhrgebiet immer mal wieder vor, beispielsweise in Gelsenkirchen, Bottrop oder Essen. Der Bereich um die ehemalige Zeche Minister Stein gehört ebenfalls zu den Gebieten, die stark von solchen Senkungen betroffen sind.

In Brechten stand der Schacht 6, der 1938 in Betrieb ging und ab 1950 zur Zeche Minister Stein gehörte. Es handelte sich dabei um einen Wetterschacht, der für die Luftversorgung der Bergleute unter Tage zuständig war.

Durch den Steinkohle-Abbau in Tiefen von bis zu 1300 Metern bleiben Hohlräume zurück, die dafür sorgen, dass die Gesteins- und Erdmassen darüber in Bewegung bleiben.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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