Sandra Piskorski und Mikka waren in der Kleingartenanlage Zugstraße, als etwas Großes vorbeischaute. © Andreas Schröter
Tierische Überraschung

Abenteuer in Dortmunder Kleingarten: Etwas Großes kam zu Besuch

In einer Kleingartenanlage erwartet man höchstens Freunde oder Verwandte, die zu Besuch kommen. Doch was die Pächter an der Zugstraße am Mittwoch beehrte, war anders - größer.

Mit nur 17 Gärten gehört die Kleingartenanlage Zugstraße auf der Grenze von Asseln und Wickede zu den kleineren ihrer Art, in der das Leben eher von Ruhe und Beschaulichkeit geprägt ist. Aber was sich dort am Mittwoch (12.5.) gegen 18 Uhr abspielte, wird den Pächtern noch lange in Erinnerung bleiben.

Sandra Piskorski, die an dem Abend unter anderem mit ihrem Sohn Mikka im Garten war, schildert es so: „Wir wollten eigentlich gerade nach Hause, da polterte und knackte es hinter uns ganz gewaltig, und wir sahen etwas Großes, das durch die Gärten lief. Wir glaubten, es sei ein Reh und unser Vorsitzender alarmierte die Feuerwehr.“

Wer ganz genau hinschaut, kann auf diesem Foto den Hirsch von hinten erkennen
Wer ganz genau hinschaut, kann auf diesem Foto den Hirsch von hinten erkennen. © Piskorski © Piskorski

Auch in der angrenzenden Siedlung sei das Tier zuvor gesehen worden. Die Feuerwehr wiederum informierte die Polizei, die sich ihrerseits mit dem zuständigen Förster in Verbindung setzte.

„Jagdausübungsberechtigter wurde in Kenntnis gesetzt“

Das bestätigt Polizeisprecherin Kristina Purschke. Ihre Stellungnahme liest sich so: „Am 12.5.21, gegen 18.04 Uhr, wurde uns durch einen Zeugen ein Reh in der KGA Wickede, Zugstraße, gemeldet, das sich offensichtlich in dieser verirrt hatte und nicht mehr rausfand. Die Kollegen konnten dies bestätigten, wodurch der zuständige Jagdausübungsberechtigte Kenntnis erhielt und auch vor Ort war. Weitere polizeiliche Maßnahmen wurden nicht getroffen.“

Dieser „Jagdausübungsberechtigte“, ein Förster, meinte nach Angaben von Sandra Piskorski, für ein Reh sei das Tier zu groß, es handele sich um einen kapitalen Hirsch.

Über den vielbefahrenen Hellweg ist der Hirsch in Richtung Grüngürtel zwischen Hellweg und Grüningsweg entflohen
Über den vielbefahrenen Hellweg ist der Hirsch in Richtung Grüngürtel zwischen Hellweg und Grüningsweg entflohen. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Nun war zunächst guter Rat teuer, denn die Anlage verfügt nur über einen einzigen Eingang an der Zugstraße. Der Hirsch war quasi in die Enge getrieben und wusste offenbar nicht mehr weiter. Unter normalen Umständen sei er gezwungen, das Tier zu erschießen, habe der Förster gesagt. Das erscheine ihm in einer engen Kleingartenanlage jedoch als zu gefährlich, zumal Kinder anwesend waren, für die so etwas schockierend gewesen wäre.

„Ein Ausflug mit Happy End“

Am Ende hatte der Ausflug für den Hirsch ein Happy End. Er half sich selbst, indem er die Hecke zum Hellweg überwand und über die Straße Richtung Grüngürtel jenseits der anderen Straßenseite verschwand – ein gefährliches Manöver, denn bekanntlich gehört der Wickeder Hellweg zu den vielbefahrensten Straßen der Stadt.

Angeblich soll der Hirsch in dem Grün zwischen Hellweg und Grüningsweg zusammen mit einer Ricke schon öfter gesichtet worden sein. Auch ein Fuchs werde in der Gegend öfter gesehen, so war zu hören.

Der kleine Mikka jedenfalls gehört zu den Kindern, die das Abenteuer hautnah miterlebten und seither viel zu erzählen haben.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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