Die Mitglieder des Gartenvereins Woldenmey in Derne wehren sich gegen das Verbot des Stadtverbands, in den Gärten Pools aufzustellen. © Andreas Schröter
Gartenanlage in Dortmund

Ärger im Grünen: Stadtverband verbietet Pools in Kleingartenanlagen

Pools in Kleingartenanlagen gibt‘s schon lange, und sie waren nie ein Thema. Jetzt will der Stadtverband Dortmunder Gartenvereine sie verbieten. Das sorgt für Ärger.

Der Stadtverband Dortmunder Gartenvereine möchte ab sofort Pools in den 119 Dortmunder Gartenvereinen verbieten. Ein Pool oder Whirlpool diene nicht der kleingärtnerischen Nutzung, wie er in einem Schreiben an die Vereine mitteilt.

Die sei aber Voraussetzung für den Nutzungsvertrag. Weitere Argumente, die der Stadtverband vorbringt:

  • Das Leitungswasser sei laut Gartenordnung sparsam zu verwenden.
  • Ein Pool müsse mit Chlor sauber gehalten werden. Und solches Wasser dürfe nicht im Garten versickern.

Lediglich kleine Planschbecken mit einem Durchmesser von 150 Zentimetern und einer Wassertiefe von 40 Zentimetern dürfen aufgestellt werden. Bei Zuwiderhandlung drohe der Wegfall der Gartenzuweisung.

Viele haben neuen Pool angeschafft

Über diese neue Verordnung ärgern sich die Mitglieder des Gartenvereins Woldenmey in Derne. Viele haben sich erst jetzt einen neuen Pool angeschafft, weil die Nutzung der Freibäder während der Corona-Pandemie schwieriger geworden ist.

In ungefähr 30 der 71 Gärten stehe ein solcher Pool. In einem persönlichen Gespräch habe ein Vertreter des Stadtverbands erklärt, die Nachbarn hätten sich außerdem über den Lärm beklagt, der von den Pools ausgehe. Dabei handele sich jedoch höchstens um Kinderlärm, wie Woldenmey-Schriftführerin Sabrina Köhler sagt.

Diese Lore begrüßt die Besucher am Eingang der Gartenanlage Woldenmey in Derne
Diese Lore begrüßt die Besucher am Eingang der Gartenanlage Woldenmey in Derne. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Auch die anderen Argumente des Stadtverbands seien haltlos: Weil die Pools gute Filteranlagen haben, komme überhaupt kein Chlor zum Einsatz. Und der Wasserverbrauch sei bei kleinen Planschbecken, bei denen man das Wasser jeden zweiten Tag wechseln müsse, auf Dauer wesentlich größer als bei größeren Pools, bei denen das Wasser den gesamten Sommer über nicht gewechselt werden müsse.

Und da jeder Gartenbesitzer eine eigene Wasseruhr habe, gehe der Wasserverbrauch ohnehin nicht zu Lasten der Allgemeinheit. Gerade jetzt, da es so richtig heiß werde, sei die Verordnung äußerst ärgerlich.

Therapeutische Wirkung

Für eine Familie mit einem Kind mit Behinderung habe der Pool sogar therapeutische Wirkung. Auch eine Delfin-Therapie habe die Familie bereits in früheren Jahren in Anspruch genommen.

Die Gartenfreunde wollen nun noch einmal das Gespräch mit dem Stadtverband suchen. Sollte das zu keinem Ergebnis führen, erwägen sie rechtliche Schritte. Im Bundeskleingartengesetz gebe es keine Vorschriften dazu.

Mit einer anderen Verordnung des Stadtverbands dagegen sind die Gartenliebhaber aus Derne einverstanden: Es sollen in den Gärten keine größeren Trampoline mehr stehen. Auch sie haben nichts mit einer kleingärtnerischen Nutzung zu tun, so der Stadtverband. Richtig, sagen die Woldenmey-Gärtner. Außerdem könnten sie bei Sturm wegfliegen und so für eine Gefahr sorgen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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