Die Bahn hat am Bahnhof Kurl nach massiver Kritik Arbeiten zum Erhalt des Gebäudes ausführen lassen. © Claus Peiler
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Bahn sichert maroden Bahnhof Kurl ab – doch es gibt neue Kritik

Einer der sanierungsbedüftigsten Bahnhöfe der Stadt steht im Nordosten. Nach heftiger Kritik am Zustand des Empfangsgebäudes hat die Bahn nun reagiert und Baufahrzeuge auffahren lassen.

Am Bahnhof Kurl tut sich was. Nach Beobachtungen von Claus Peiler von der Bürgerinitiative pro Kurler Bahnhof hat die Bahn die bereits verbarrikadierten Fenster an den noch offenen Stellen oberhalb zusätzlich mit einer Art Folie verblendet. Ihm sei zudem aufgefallen, dass offensichtlich fast alle offenen Stellen im Dach mit Pfannen geschlossen worden seien. Allerdings gebe es noch eine Stelle auf der Südseite, wo eine Dachpfanne fehle.

Die Deutsche Bahn teilt auf Anfrage der Redaktion lediglich mit: „Am Bahnhofsgebäude in Kurl fanden Abdichtungsarbeiten statt, um die Gebäudesubstanz zu schützen. Weitere Maßnahmen sind nicht geplant.“

„Ein Verfall kultureller Werte“

Wie berichtet, hatten sich die Mitglieder der Bürgerinitiative erst kürzlich verärgert über den Zustand des Gebäudes gezeigt. Man müsse sich schämen, auswärtigen Besuch von dort abzuholen, so der Tenor des entsprechenden Berichtes. Die Mitglieder der Bürgerinitiative, Claus Peiler und Herbert Niehage, zeigten sich entsetzt über das Desinteresse, das die Bahn dem Gebäude entgegenbringe. Das sei ein Verfall kultureller Werte, der um sich greife.

Anwohner Erhard Klemm kritisiert, dass die Stromzufuhr an den neuen Straßenlaternen am Mühlackerplatz überirdisch geregelt ist
Anwohner Erhard Klemm kritisiert, dass die Stromzufuhr an den neuen Straßenlaternen am Mühlackerplatz überirdisch geregelt ist. © Erhard Klemm © Erhard Klemm

Kritik gibt’s nun auch am Umfeld des Kurler Bahnhofs, wo die Verwaltung im Mai 2020 zwei Straßenlaternen hat aufstellen lassen, um den Fußweg vom Bahnhofsvorplatz durch die Grünanlage an der Mühlackerstraße besser auszuleuchten. Der Fußweg dient vielen Fahrgästen der Bahn als Abkürzung hin zur Unterführung an der Kurler Straße.

Die Bezirksvertretung Scharnhorst hatte dafür 30.000 Euro bereitgestellt. Anwohner Erhard Klemm kritisiert nun, die Arbeiten seien dilettantisch ausgeführt worden. Einer der Masten stehe bereits schief, und die Stromzufuhr sei einfach überirdisch gespannt worden. Das alles mache angesichts der hohen Kosten von 30.000 Euro einen überaus unprofessionellen Eindruck. Im Übrigen sei der Bereich niemals so dunkel gewesen, dass er unbedingt hätte beleuchtet werden müssen.

Stadtsprecher Maximilian Löchter teilt dazu mit: „Es ist richtig, dass das Tiefbauamt Dortmund hier die Straßenbeleuchtung mittels einer Freileitung zur Versorgung der in 2019 neu aufgebauten Lichtpunkte eingerichtet hat.“

Da im Bereich des Fußweges kein elektrisches Kabel vorhanden sei, musste, um Kosten zu sparen und den Wunsch der Bezirksvertretung Scharnhorst nach Beleuchtung des vielgenutzten Fußwegs zur Kurler Straße schnell erfüllen zu können, eine Freileitung zur Energieversorgung montiert werden, so Löchter weiter.

Unterflur-Stromversorgung im Rahmen der Vorplatz-Sanierung

Die endgültige Herstellung einer Unterflur-Stromversorgung erfolge im Rahmen der Sanierung des Bahnhofsvorplatzes, informiert Sylvia Uehlendahl, die Leiterin des Tiefbauamtes. Dabei werde ein Leitungsgraben zur Querung der Mühlackerstraße errichtet.

Der Bahnhof Kurl liegt an der Bahnstrecke Dortmund–Hamm und wird vom RE3 (Rhein-Emscher-Express) angefahren. Hier hält auch der RE1 (NRW-Express). 2019 wurde der Bahnsteig im Zuge der Arbeiten für den Rhein-Ruhr-Express modernisiert und verlängert, mit Blindenleitstreifen ausgestattet und von ehemals 38 auf eine Höhe von 76 Zentimeter über Schienenoberkante gebracht.

Bau von Rampe und außenliegender Treppe

Die Bahn veränderte auch den Zugang zum Bahnsteig. Als Ersatz für den Zugang durch das Empfangsgebäude errichtete sie zwischen Straße und Unterführung eine Rampe sowie eine außenliegende Treppe. Zwischen Unterführung und Bahnsteig entstand außerdem ein Aufzug.

Das Empfangsgebäude aus dem Jahr 1908, das im Zuge dieser Maßnahme nicht saniert wurde, ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt eingetragen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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