Beim „1. Brechtener Clean-Up“ im November 2020 waren die Anwohner mit Bollerwagen und Müllbeutel losgezogen © Olaf Weitner
Eigeninitiative

Dortmunder greifen zur Zange und machen ihren Stadtteil sauber

In einem Stadtteil in Dortmunds Norden kümmern sich die Bewohner am 8. Mai selbst um die Sauberkeit im Ort. Wir sprachen im Vorfeld mit einem der Initiatoren.

Die Initiative „Brechten Aktiv“ hat für den 8. Mai, einem Samstag, von 10 bis 18 Uhr die Schirmherrschaft für den „2. Brechtener Clean-Up“ übernommen. Wir sprachen darüber mit Mitglied Olaf Weitner.

Hallo Herr Weitner, was hat es mit dieser Aktion auf sich?

Ganz einfach. Wir fordern die Brechtener auf, sich an diesem Tag Zangen, Handschuhe und Mülltüten zu schnappen und den Zigarettenkippen, Verpackungen und Co. in ihrem Umfeld zu Leibe zu rücken.

Wer hatte die Idee dazu?

Das war ein Neubürger aus der Brechtener Heide namens Michael Schmidt. Der hatte im vorigen Jahr ganz klein per Aushang an der Rewe-Pinnwand dazu aufgerufen. Wir haben das gesehen, Kontakt mit ihm aufgenommen und uns an der ersten Aktion dieser Art beteiligt, indem wir Zangen und Bollerwagen zur Verfügung gestellt haben.

Wo hatten sie die her?

Heinrich Scheiper von Scheipers Mühle hat beides zur Verfügung gestellt. Und so ging der „1. Brechtener Clean-up“ am 29. November über die Bühne. Ich weiß noch, dass es an dem Tag sehr kalt war. Etwa 30 Brechtener haben sich trotzdem, über den Tag verteilt, daran beteiligt.

Gibt es überhaupt genug Müll in Brechten?

Allerdings. Das Team, zu dem ich im November gehörte, hat gar nicht die Strecke geschafft, die es sich eigentlich vorgenommen hatte. Der Bollerwagen war schon vorher voll.

Welche Art von Müll haben Sie gefunden?

Alles Mögliche. Schnellimbiss-Verpackungen mit an diesem kalten Tag gefrorenem Mittagessen, Plastikfolie von den Baustellen in der Brechtener Heide und sogar gefüllte Windeln.

Ist die EDG auch mit im Boot?

Ja. Auch die EDG stellt uns diesmal Zangen und Müllsäcke zur Verfügung. Am Ende nimmt sie den gesammelten Müll dann mit. Wir möchten vier Basisstationen an Erich-Kästner-Ring 28, Theodor-Fontane-Straße 10, Heinrich-Heine-Straße 12 und an der Physiotherapie Brechten, Evinger Straße 505, aufbauen. Vielleicht kann die EDG irgendwo einen Container hinstellen, in den wir die gefüllten Säcke werfen. Dann muss die EDG ihn am Ende des Tages nur noch abholen. Selbst entsorgen dürften wir den Müll gar nicht, weil wir ja keine Mülltrennung vornehmen können. Wichtig ist mir zu betonen, dass selbstverständlich alles unter strengen Corona-Regeln abläuft.

An wen wenden sich interessierte Brechtener, die noch mitmachen möchten?

In den Geschäften liegen Flyer mit den Kontaktadressen aus. Oder einfach eine E-Mail an kontakt@brechtenaktiv.de schreiben.

Gibt es für 2021 schon weitere Pläne von Brechten Aktiv?

Ja, unter anderem möchten wir – wieder mithilfe von Heinrich Scheiper – Kindergärten Saatgut für Bienenweiden zur Verfügung stellen. „Bienentankstelle“ nennen wir das. Das ist eine Aktion unserer Naturschutzgruppe.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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