Birgit Troche und ihr Partner sollten über 44.000 Euro Miete nachzahlen. Kein Wunder, dass ihnen das schlaflose Nächte beschert hat. © Andreas Schröter
Großsiedlung

Ein Schock: Dortmunder Paar sollte über 44.000 Euro Miete nachzahlen

Wer die Nachricht erhält, dass er über 44.000 Euro Miete nachzahlen soll, dürfte ein paar schlaflose Nächte haben. So erging es einem Paar aus Dortmund.

Das war ein Schock: Auch eine Woche nachdem Birgit Troche und Richard Külpmann von ihrer Hausverwaltung eine Mietnachforderung erhalten haben, steckt ihnen der Schreck noch in den Gliedern. Kein Wunder, das Paar sollte bis zum 16. September 44.493,49 Euro nachzahlen. Demnach hätten sie in den vergangenen sieben Jahren überhaupt keine Miete gezahlt.

In dem Schreiben heißt es wörtlich: „Bei der Durchsicht der Mieterkonten haben wir einen ausstehenden Betrag in Höhe von 44.493,49 Euro per 03.09.2021 festgestellt. Wir bitten Sie, Ihre Zahlungen künftig so rechtzeitig zu leisten, wie es vertraglich vereinbart ist.“

Mit diesem Schreiben forderte die Firma WVB Centuria über 44.000 Euro an Mietnachzahlungen von einem Dortmunder Paar
Mit diesem Schreiben forderte die Firma WVB Centuria über 44.000 Euro an Mietnachzahlungen von einem Dortmunder Paar. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Missverständnis oder Versäumnis?

Sie könne sich das absolut nicht erklären, sagt die 65-Jährige, denn natürlich habe das Paar die Miete bezahlt. Weil die Hausverwalterfirma WVB Centuria nur über ein Internetformular zu erreichen ist, mit dem sich vor allem ältere Mieter schwertun, hat sich Birgit Troche an Christian Clobes vom Mieterbeirat gewandt.

Der geht von einem Irrtum aus – und hat Recht. Auf Anfrage dieser Redaktion teilt WVB-Centuria-Geschäftsführerin Marion Vollmer mit: „Leider gab es hier bei der Datenverarbeitung bei diesen Mietern einen Fehler, der zu diesem Missverständnis führte. Nach Rücksprache mit den Verantwortlichen wurde dies umgehend geklärt und die Mieter werden selbstverständlich auch noch zeitnah informiert. Für solche Unannehmlichkeiten können wir uns nur entschuldigen.“

Dennoch: Für Christian Clobes bleibt ein fader Beigeschmack, weil sich der Ärger mit der Hausverwalterfirma häuft. Auch andere Mieter haben laut Clobes ungerechtfertigte Mietnachforderungen über 3000, 4000 oder 5000 Euro erhalten. Auffällig sei dabei, dass es sich dabei vielfach um ältere Mieter handele.

Mietärger mit WVB Centuria

Immer wieder im Fokus der Kritik ist die schlechte Erreichbarkeit der Hausverwalterfirma, die die Lanstroper Großsiedlung zum 1. Januar 2021 von Paul Immobilien übernommen hat. Telefonisch habe man kaum eine Chance, jemanden zu erreichen. Es gebe zwar in Scharnhorst ein Mieterbüro, dort schiebe man jedoch die Corona-Pandemie als Grund vor, nicht öffnen zu müssen.

Berichte über Mietärger im Zusammenhang mit der Hausverwalterfirma WVB Centuria hat es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder gegeben. In Scharnhorst beschweren sich die Mieter der Wohnungen an der Droote über ein total verdrecktes Umfeld, und in Lanstrop musste ein Mieter monatelang auf die Reparatur seiner Wohnungstür warten. Auch das ARD-Magazin Monitor hat sich bereits mit den Zuständen in Lanstrop befasst.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.