Im Dortmunder Einkaufszentrum herrscht noch immer keine Maskenpflicht. Das Foto entstand Mitte November. © Irina Höfken (Archiv)
Coronavirus

Einkaufszentrum ohne Maskenpflicht: Eigentümer wartet lange auf Stadt-Infos

Bundesweit werden die Corona-Maßnahmen drastisch verschärft. In Dortmund bleibt ein Einkaufszentrum weiterhin eine Ausnahme der Regel: Noch immer gilt dort keine Maskenpflicht.

Die Corona-Fallzahlen sind weiterhin bedenklich hoch: Die Notbremse wird bundesweit gezogen, der harte Lockdown greift ab Mittwoch (16.12). Alle Geschäfte außerhalb des täglichen Bedarfs müssen schließen. In Schulen wird der Präsenzunterricht ausgesetzt.

Doch im Scharnhorster Einkaufszentrum EKS gibt es trotz hoher Fallzahlen noch immer keine Maskenpflicht – und ein Kommunikationsproblem scheint die Hürde zu sein.

Wie in einer Fußgängerzone reihen sich zahlreiche Läden im EKS in Scharnhorst unter freiem Himmel aneinander. Eine Pflicht zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung hat die Stadt Dortmund dort aber nicht angeordnet, weil es sich um Privatgelände handelt, hieß es im Oktober.

Stadt Dortmund: Eigentümer kann selbstständig Vorgaben machen

„Wir haben zwei Anfragen an die Stadt Dortmund geschickt, ob wir als Eigentümer die Maskenpflicht im EKS bestimmen dürfen, um bei der Eindämmung des Coronavirus mitzuhelfen“, sagt Franziska Netthöfel von der EKS-Besitzerfirma Häusser-Bau.

Die erste Anfrage hätten sie vor vier Wochen gestellt, die zweite vor zwei Wochen. Eine Rückmeldung hätten sie bis Montag (14.12) aber nicht bekommen. Das Tragen der Maske ist demnach noch immer nicht Pflicht.

Der Eigentümer könne auf seinen Privatflächen selbstständig Vorgaben machen, die auch über den gesetzlichen Vorgaben lägen, erklärt Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage dieser Redaktion am Montag.

Für Geschäfte, Parkplätze und Eingangsbereiche gelte bereits die bestehende Corona-Schutzverordnung und die dazugehörige Maskenpflicht gemäß Paragraph 3 CoronaSchVO.

Genauer verweist Löchter auf den Absatz 1a: Die Verpflichtung zum Tragen einer Alltagsmaske besteht „im unmittelbaren Umfeld von Einzelhandelsgeschäften auf dem Grundstück des Geschäftes, auf den zu dem Geschäft gehörenden Parkplatzflächen und auf den Zuwegungen zu dem Geschäft“.

EKS-Besitzerfirma wartet auf schriftliche Absicherung

„Wir fühlen uns, als wären uns die Hände gebunden“, erklärt aber Franziska Netthöfel. Man wolle sich schriftlich bei der Stadt Dortmund absichern. Sobald diese antworte, würden umgehend entsprechende Schilder aufgestellt werden, die auf die Pflicht hinweisen, sagt sie.

Stadtsprecher Maximilian Löchter: „Derzeit häufen sich die Mails und Telefonanfragen, sodass es bei der Beantwortung auch schon mal Verzug geben kann, wir bitten um Verständnis.“

Ob und wann die Maskenpflicht im EKS gilt, bleibt erstmal weiter abzuwarten.

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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