"I'm back" - Friseurmeister Markus Brylka und sein Team hatten am Montag viel zu tun. © Fabian Paffendorf
Salonöffnungen

Friseur Markus Brylka darf endlich wieder zu Kamm und Schere greifen

Nach zehn Wochen Pause meldet sich auch Friseurmeister Markus Brylka zurück zum Dienst. Am ersten Tag nach dem Lockdown herrschte am Montag Hochbetrieb in seinem Salon am Asselner Hellweg.

Zehn Wochen lang musste Friseurmeister Markus Brylka coronabedingt die Tür seines Salons am Asselner Hellweg geschlossen halten. Und wie auch viele anderen in der Branche fieberten Brylka und sein Team dem Tag der Wiedereröffnung freudig entgegen.

Nicht nur, weil man unbedingt wieder arbeiten wollte, sondern auch, weil der erste Tag nach der langen Zwangspause eine einschneidende Neuerung für den Betrieb mit sich bringen würde.

Anstatt wie seit 50 Jahren an selber Stelle gewohnt jeden Kunden zu bedienen, der zur Tür hineinkommt, wird bei Brylka seit Montag (1.3.) nur noch nach Terminvergabe geschnitten, gewaschen und geföhnt. Die Auflagen der Bundesregierung fordern das von den Friseuren, damit wieder gearbeitet werden darf.

Terminvergabe ist Umstellung

„Das ist schon eine echte Umstellung für meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen – und restlos angetan ist da natürlich nicht jeder von“, sagt Markus Brylka. Aber Terminvergaben soll es auch über die Corona-Situation hinaus künftig bei ihm geben.

„Das hat den Vorteil, dass trotz Hochbetrieb im Laden trotzdem alles relativ entspannt und easy abgeht“, sagt der Friseurmeister. Und schließlich habe man es sich nach den vergangenen Wochen und Monaten redlich verdient, es etwas ruhiger zum Neustart angehen zu können – obwohl viel zu tun sei.

„In den 50 Jahren, in denen der Laden existiert, gab es so eine Situation noch nicht, dass man so lange den Laden zulassen musste “, sagt Brylka. Für die Rückkehr an den Arbeitsplatz hatte er sich auch gleich ein ganz spezielles T-Shirt gekauft und übergezogen.

Klares Statement

„I’m back“ (engl. für „Ich bin zurück“) ist darauf als Schriftzug über einem stilisierten Bild von gekreuztem Kamm und Schere zu lesen. Und das will Brylka weniger als Gag als viel mehr als ein persönliches Statement verstandenen wissen.

„Es ist schön, wieder da zu sein. Gerade weil man den Kunden in solch anstrengenden Zeiten ein Recht auf etwas Wellness verschaffen kann“, so der Friseurmeister.

Zu ihrem Recht kommen im Moment immer fünf Kunden, die zeitgleich im Salon bedient werden dürfen. „Das ist so festgelegt, dass wir bei 100 Quadratmetern Ladenfläche fünf Mitarbeiter und fünf Kunden hier drin haben dürfen“, erklärt der Salonbetreiber.

80 Kunden täglich

Rund 80 Kunden dürften seiner Rechnung nach in den nächsten Wochen täglich auf den Bedienplätzen mit neuen Frisuren glücklich gemacht werden.

Bei den Herren kalkuliere man rund 30 Minuten für einen Schnitt, Damen hielten sich für gewöhnlich 60 Minuten bei ihm im Salon auf.

Bis April sind die Terminbücher von Markus Brylka prall gefüllt. „Den einen oder anderen Termin gibt’s aber sicher noch kurzfristig“, meint er.

Seit drei Monaten nicht beim Friseur

Zu jenen, die schon am allerersten Tag nach der Zwangspause einen Termin bekommen hatten, gehörte am Montag auch Friedhelm Röhrig.

„Das wurde auch mal wieder Zeit, dass der Markus mich seiner ‚Spezialbehandlung‘ unterzieht“, witzelt Röhrig, als Brylka die Haarschneidemaschine am Nacken ansetzt.

Drei Monate lang habe Röhrig wachsen lassen müssen. Und als er als langjähriger Stammkunde den Termin bekommen hatte, sei er überaus erfreut gewesen. Nur seine Frau, die sei noch ein paar Stunden früher drangekommen. „Nächste Woche dann bekommt mein Enkel die Haare ab. Er hat jetzt auch einen Termin“, so Röhrig.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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