Seitdem die DSW21 Ersatzhaltestellen direkt vor seinem Haus aufgestellt hat, wird Anwohner Stefan Samen tagtäglich Zeuge eines Verkehrschaos direkt vor der Haustür, © Fabian Paffendorf
Folge des Tagesbruchs

Gefährliches Nadelöhr? Umleitung führt durch Husener Eichwaldstraße

Der Tagesbruch an der Wickeder Straße hat spürbare Folgen für den Verkehrsfluss. Besonders trifft das die Husener Eichwaldstraße. In der verkehrsberuhigten Straße knubbelt es sich. Was sagt DSW21 dazu?

Nicht nur auf die Wickeder Straße hat der dortige Tagesbruch Auswirkungen. Bereits nachdem sich Ende Februar dort die Fahrbahn über beide Spuren erstreckend rund 30 Zentimeter abgesenkt hatte und die Ursachensuche begann, wurde von der DSW21 eine Umleitung der Buslinien eingerichtet.

Seither verkehren die Busse der Linien 424, 425, 426 und NE22 anders als gewohnt. Die Haltestellen Wicker Heck und Lohheide werden nicht mehr angefahren. Dafür aber wurden in beide Richtungen mittlerweile Ersatzhaltestellen an der Husener Eichwaldstraße aufgestellt.

Dass nun durch den verkehrsberuhigten Teil der Straße in beide Richtungen der Busverkehr läuft, sorgt bei den Bewohnern der Husener Eichwaldstraße für Verdruss. Vor allem der morgendliche Anreiseverkehr zu den benachbarten Grundschulen und der Kita führe nun laut Stefan Samen zu regelmäßigem Chaos.

Haltestelle vor der Haustür

Die Familie Samen wohnt in Haus Nummer 257 und eine der Ersatzhaltestellen wurde direkt vor ihrer Haustür aufgestellt. „Der Teil der Straße ist eh schon ein Nadelöhr. Und jetzt kommen zu den Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen und abholen, noch die Linienbusse. Morgens zwischen 7.40 und 8 Uhr geht hier jetzt unter der Woche nichts mehr“, sagt Stefan Samen.

Die negativen Auswirkungen der Umleitung seien vielfältiger Natur. „Immer wieder kommt es zu Rückstaus auf der Kreuzung Husener Eichwaldstraße/Flemerskamp“, erklärt Samen und zeigt ein Video, das er mit dem Mobiltelefon aufgenommen hat.

Gleich mehrere Linien der DSW21-Busse werden in nächster Zeit die Umleitungsroute fahren. © Fabian Paffendorf © Fabian Paffendorf

Zu sehen ist ein schier unübersichtliches Gewimmel von Autos und Bussen, die sich in Schrittgeschwindigkeit durch die Straße drücken, einander und am Fahrbahnrand geparkten Fahrzeugen ausweichen.

Gefahr für Schulkinder

„Die Verkehrssituation entlang der Schulen ist bereits bedenklich. Die Busumleitung verschärft das bestehende Problem nur noch mehr“, so Samen. Er meint, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis hier ein Kind angefahren werde.

Familienvater Stefan Samen fragt sich überdies, warum Ersatzhaltestellen eingerichtet werden müssten, wenn nur 50 Meter weiter der Halt Fohlenkampstraße besteht, den die umgeleiteten Linien ebenso anführen.

Zumindest um das Slalomfahren der Busse um geparkte Autos zu minimieren, haben am Dienstag (2.3.) nun Mitarbeiter einer von der DSW21 beauftragten Firma Parkverbotsschilder entlang eines Teils der Husener Eichwaldstraße aufgestellt.

Keine Alternativen

Bei den Dortmunder Verkehrsbetrieben DSW21 kann man den Anwohner- und Autofahrerfrust zwar grundsätzlich nachvollziehen, aber laut Pressesprecher Marc Wiegand seien die hauseigenen Verkehrsplaner der Ansicht, dass die Husener Eichwaldstraße die einzig annehmbare Ausweich-Route zur Wickeder Straße darstelle.

„Die Husener Eichwaldstraße ist ein verkehrsberuhigter Bereich, aber grundsätzlich für den Busverkehr befahrbar. Alle anderen Routen würden weiträumige Umleitungsfahrten bedeuten, die die Fahrtzeiten deutlich verlängern würden“, sagt Wiegand.

Die Anbindung an den ÖPNV in diesem Bereich würde sich bei einer anderen Umleitungsführung merklich verschlechtern, Fahrgäste müssten längere Wegstrecken zu den Haltestellen zurücklegen. Daher habe sich DSW21 für diese Lösung entschieden.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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