Entlang der Aplerbecker Straße wurden mehrere Graffiti an Häuser gesprüht. © Oliver Schaper
Vandalismus

Graffiti-Teufel hinterlassen in Neuasseln eine Spur der Verwüstung

Große Sauerei im Stadtbezirk Brackel: An drei aufeinanderfolgenden Tagen wurden Häuser mit Graffiti beschmiert. Die Polizei ist eingeschaltet.

Um als Dummejungenstreich durchzugehen, ist das, was Unbekannte in der vergangenen Woche im Stadtbezirk Brackel veranstaltet haben, definitiv zu viel des Guten. Darüber, was offenbar fast unbemerkt zwischen dem 27. und 29. März in Wickede und Neuasseln vorgegangen sein muss, herrscht kollektives Entsetzen und Wut bei den Anwohnern.

Laut Polizei Dortmund haben entlang der Aplerbecker Straße und am Wickeder Hellweg einer oder mehrere Täter massive Schäden durch Schmierereien mit Sprühfarben verursacht.

„Uns liegt gut eine Handvoll Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt vor“, sagt Polizeisprecherin Amanda Nottenkemper. Betroffen wären mehrere Häuser sowie ein Sichtschutzzaun eines Hauses.

Unterschiedliche Schriftbilder

Was bei genauerer Betrachtung aber auffällt, ist, dass die durchweg dilettantisch gesprühten Schriftzüge sich sowohl inhaltlich als auch stilistisch stark voneinander unterscheiden.

Während großflächig entlang der Fassaden der Häuser 312 bis 318 Sätze wie „Kommt endlich klar!” oder „Respekt ist eine Aufgabe und keine Maske, die ich aufhabe” gesprayt wurden, finden sich an anderen Stellen Schriftzüge, die eher an sogenannte Tags erinnern, wie sie Sprayer aus der Hip-Hop-Szene als Erkennungsmerkmale nutzen.

Auf Anfrage unserer Redaktion heißt es von Seite der Polizei, dass aktuell noch keine weiteren Hinweise auf den oder die Verursacher der Graffiti bekannt seien.

Dortmunder hat einen Verdacht

Einen Verdacht, wer für einen Teil der Schmierereien verantwortlich sein könnte, hegt aber der Dortmunder Maximilian Mertens. Er erkennt die Graffiti nämlich wieder.

„Vor einigen Jahren wurde mein Wohnwagen von jemanden beschmiert, der als Tag das Kürzel CHUK hinterlassen hatte. Das findet sich auch auf zahlreichen Spielplätzen im Stadtbezirk. Und rein vom Schriftbild her, sind einige der aktuellen Sauereien identisch mit dem, was ich damals vorgefunden hatte“, erklärt Mertens.

Mertens verweist auch auf einen kleinen Stern, der sich seiner Meinung nach in mehreren der neuen Graffiti befände, der frappierende Ähnlichkeit mit dem habe, den der Sprayer mit dem Tag CHUK hinterlassen würde.

Auch Autos in der Aplerbecker Straße wurden angesprüht.
Auch Autos in der Aplerbecker Straße wurden angesprüht. © Maximilian Mertens © Maximilian Mertens

Mertens hat auch fotografisch weitere Schmierereien dokumentiert, die nach Aussage der Polizei noch nicht zur Anzeige gebracht seien. Ein Wohnwagenanhänger und die Pkw auf einem Transport-Anhänger seien ebenfalls besprüht worden.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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