Karin Rüsse zeigt die Stelle, an der der tote Schwan gefunden wurde. © Fabian Paffendorf
Schwäne in Scharnhorst

Grausam zugerichteter Tierkadaver im Naturschutzgebiet gefunden

Die Dortmunderin Karin Rüsse ist schockiert über einen grausigen Fund. Am Regenrückhaltebecken Scharnhorst lag der übel zugerichtete Kadaver eines Schwans. Doch wie kam das Tier zu Tode?

Wenn die Tage wieder wärmer werden, ist das Naturschutzgebiet rund um das Regenrückhaltebecken in Scharnhorst ein beliebtes Ziel für Jung und Alt.

Jogger, Hobby-Vogelkundler und Spaziergänger trifft man hier an. Was aber vor einigen Tagen Spaziergänger der Anwohnerin Karin Rüsse berichteten, passte so gar nicht in das Bild des idyllischen Fleckchens im Dortmunder Nord-Osten.

Entlang des Teichs war der Boden von unzähligen großen Federn übersät, daneben hatten die Ausflügler einen blutig zugerichteten Klumpen aus Fleisch und Knochen gefunden.

„Als ich dann nachschaute an der beschriebenen Stelle, da war schnell klar, dass es sich bei dem toten Tier um einen der Schwäne handelt, die in diesem Jahr wieder rund um das Regenrückhaltebecken unterwegs sind“, sagt Karin Rüsse.

Zu zweit seien die großen und hübsch anzusehenden Wasservögel laut der Dortmunderin vor einigen Wochen hergekommen. Nun aber sehe man immer nur noch einen einsamen Schwan herumlaufen. „Das Tier weiß sicher nicht, wie ihm geschieht. Es kann ja nicht wissen, dass sein Artgenosse jetzt tot ist“, meint die Anwohnerin.

Abgeleinte Hunde

„Wenn man das so sieht, dann zerreißt es einem schon das Herz“, sagt Karin Rüsse, während sie auf ihrem Tablet die Bilder zeigt, die sie vor einigen Tagen von den Leichenteilen des Schwans gemacht hatte.

Im Radius von 500 Metern um den Teich herum lagen die abgerissenen Körperteile des Vogels in Gräsern und Gebüschen. Verteilt von Tieren, die sich am Kadaver des Schwans zu schaffen gemacht hatten in den vergangenen Tagen.

Darüber, wie das Tier zu Tode gekommen sein könnte, kann Karin Rüsse nur spekulieren. Hin und wieder sehe man rund ums Regenrückhaltebecken Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner auch mal ohne ohne Leine herumtollen ließen.

Anwohnerin Karin Rüsse dokumentierte den Fund des toten Vogels mit der Kamera ihres Tablets. © Karin Rüsse © Karin Rüsse

Waren Tierquäler am Werk?

„Dass es Hunde waren, die den Schwan getötet haben, ist denkbar. Vor rund zwei Jahren haben wir schon einmal den Fall gehabt, dass ein offenbar von Hunden gejagter Schwan geradewegs im Stacheldraht des abgezäunten Bereichs hier gelandet und verendet war“, sagt Rüsse.

Es gebe ihrer Ansicht nach aber noch eine andere mögliche Erklärung. „Ab und an hören wir vom Bereich rund um den Teich in den Abendstunden ein Knallen und lautes Böllern. So war es auch am Tag gewesen, bevor wir den Schwan fanden“, erinnert sich Karin Rüsse.

Ob da nun Waffen abgefeuert wurden oder Feuerwerkskracher hochgingen, könne sie nicht zweifelsfrei sagen. Aber wenn der tote Schwan auf das Konto von Tierquälern ginge, so hätten sie und ihre Nachbarn diese nicht zweifelsfrei gesehen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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