Das Damwild freut sich jederzeit über Besucher im Wildgehege Süggelwald. © Fabian Paffendorf

Hier können Sie Natur erleben – im grünen Herzen des Dortmunder Nordens

Dortmund gehört zu den grünsten Großstädten. Daher ist es nicht schwer, vor der Haustür ein Stück Natur zu erleben. Zum Beispiel im Grävingholz - der grünen Lunge des Stadtbezirks Eving.

enn der Corona-Blues überhand nimmt oder wenn bei Netflix wieder mal nichts Spannendes zur Auswahl steht, dann zieht’s den Dortmunder raus in die Natur.

Dafür muss er noch nicht einmal die Stadtgrenzen hinter sich lassen, denn es gibt genug Wälder und Wiesen, die sich für einen gelungenen Tag in der Natur anbieten.

Im Norden der Stadt locken die Evinger Naturschutzgebiete Süggelwald und Grävingholz, um einen entspannten Nachmittag im grünen Idyll zu verbringen.

Stars im Wildgehege

Die unbestrittenen Stars im 69,6 Hektar großen Naturschutzgebiet Süggelwald sind die Hirsche, die im üppigen Gehege unter natürlichen Lebensbedingungen beobachtet werden können.

Das so gar nicht scheue Damwildrudel, das im Süggelwald lebt, ist alles andere als uninteressiert an Besuchern. Eine Handvoll Futter vorausgesetzt kommen Groß und Klein ganz nah dran an Familie Hirsch.

Die zahmen und aufgeweckten Tiere freuen sich über einen Snack und lassen sich sogar von den Besuchern streicheln und kraulen.

Erlebnispfad für Kinder

Besonders für Familien mit neugierigen Kindern ist der Süggelwald ein kleines Dorado. Kleine Entdecker dürfen sich auf den Walderlebnispfad begeben, der entlang der Laufwege sieben Stationen bietet, an denen Wissen rund um das Areal und seiner Bewohner vermittelt wird.

Besonders Familien mit kleineren Kindern kommen im Süggelwald voll auf ihre kosten. © Fabian Paffendorf © Fabian Paffendorf

Kinder können von der Aussichtskanzel das Damwild beobachten, das Insektenhotel und seine summenden Bewohner wie die Solitärbienen kennenlernen oder mit ausgestreckten Armen vor einem Schaubild nachmessen, wie groß die Flügelspannweiten der heimischen Greifvögel sind.

Spiel und Spaß garantiert auf dem Pfad auch eine große Wippe. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Durch das Damwildgehege ist der Süggelwald bei Familien in Dortmund so beliebt, dass das kleine Waldgebiet trotz eines geschickt verzweigten Wegenetzes stark frequentiert ist.

Grüne Oase Grävingholz

Rund 900 Meter weit weg vom Süggelwald, auf der anderen Seite der Evinger Straße, kann man – ein wenig Glück und Ruhe vorausgesetzt – direkt auf Tuchfühlung mit der Fauna des Waldkomplexes im Dortmunder Norden gehen.

Schräg gegenüber des Tennisplatzes befindet sich der Eingang zum Grävingholz. Mit 123,7 Hektar Fläche ist diese grüne Oase knapp doppelt so groß wie der Süggelwald. Erst 2005 wurde das Grävingholz offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt.

Zugegeben, um die zumeist schüchternen größeren Waldbewohner wie zum Beispiel Rehe anzutreffen, bedarf es ein wenig Geduld. Ganz und gar unbeeindruckt vom Menschen zeigen sich jedoch die vielen gefiederten Freunde, die hier zuhause sind und zumeist am Boden nach Futter suchen.

Vielfältige Vogelwelt

Wer das Grävingholz erkundet, der wird gleich zu Beginn von Amsel, Drossel, Fink und Star begrüßt – und der Rest der fröhlichen Vogelschar präsentiert sich ebenso in beeindruckender Artenvielfalt. Zaungrasmücke, Heckenbraunelle, der Rotrückige Würger oder die Weiße Bachstelze sind hier beheimatet. Nicht nur aus den Baumwipfeln zwitschert es da unentwegt vergnügt – auch im Unterholz herrscht immer geschäftiges Treiben.

Tiefer in den Wald über kleinere, unbefestigte Wege einzudringen, lohnt sich besonders, denn sie führen zu den von Tieren bewohnten Bombentrichtern. Aus den Explosionskratern des Zweiten Weltkrieges sind über die Jahre imposant anzuschauende Waldtümpel geworden.

Im Grävingholz lassen sich insbesondere unsere gefiederten Freunde in freier Wildbahn gut beobachten. © Fabian Paffendorf © Fabian Paffendorf

Dort lassen sich Wasservögel bei der Jagd beobachten oder heimische Amphibien bewundern. Ein zweiter Blick wird belohnt, wenn man Molchen, Fröschen und Kröten beim Tagewerk zusehen möchte.

Gesonderte Reitwege

Im Grävingholz findet sich einer der ältesten Baumbestände Dortmunds. Uralte Buchen, Eschen und Eichen. Weit oben in den Bäumen springen vergnügt Eichhörnchen herum und zahlreiche Vogelarten haben dort ihre Nistplätze gebaut.

Anders als der Süggelwald eignet sich das Grävingholz weit weniger als Ausflugsort mit Eventcharaktereinschlag für Familien mit kleineren Kindern. Dafür aber sind hier Spaziergänger, Jogger, Nordic Walker, Radfahrer, Reiter und Hobby-Vogelkundler bestens aufgehoben.

Das Routennetz durch den Wald und speziell ausgeflaggte Reitwege sorgen dafür, dass entspannte Touren durch das Naturidyll möglich sind, ohne dass es sich an allen Ecken und Enden knubbelt.

Neben Wander- und Radwegen sind auch speziell ausgewiesene Reitwege im Grävingholz zu finden. © Fabian Paffendorf © Fabian Paffendorf

Spaziergänge und Erkundungstouren

Gut verteilt über das Areal finden sich zahlreiche Rastmöglichkeiten und Informationstafeln. So eignet sich der Wald gleichfalls als Ausflugsziel für einen kleinen Spaziergang zwischendurch wie auch als Ziel für längere Erkundungstouren von Naturinteressierten.

Besucher aus anderen Dortmunder Stadtbezirken sollten, wenn möglich, zur Anreise die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Parkmöglichkeiten mit direktem Zugang zu den Naturschutzgebieten sind nur wenige vorhanden. Daher empfiehlt es sich, mit der Stadtbahnlinie U41 (Haltestelle “Grävingholz”) anzureisen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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