Hundetrainerin Andrea Wibbelt-Fälker und ihre Hündin Milla frischen auf dem Brackeler Feld die Kommandos auf. Hier und anderswo in Dortmund wird sie in Zukunft Hund und Halter trainieren. © Lydia Heuser
Coronaschutzverordnung

Hundetraining mit Einschränkung wieder erlaubt: „Bei einigen brennt es“

Hundeschulen dürfen seit Montag wieder ihre Pforten öffnen, allerdings mit strengen Regeln. Eine Dortmunder Hundetrainerin freut sich, dass sie wieder arbeiten darf, sieht aber auch Nachteile.

Die seit Montag (22.2.) geltende Corona-Schutzverordnung in NRW erlaubt nicht nur manchem Kind und Jugendlichen wieder die Schule zu besuchen, sondern auch Hundehaltern und ihren geliebten Vierbeinern wieder die Hunde-Schulbank zu drücken.

Attackierende Schoßhunde und knurrende Herdenschützer

Bei manch einem scheint es auch bitter nötig. „Bei einigen brennt es“, sagt Hundetrainerin Andrea Wibbelt-Fälker.

Da ist der Tierschutzhund aus Osteuropa, der sich plötzlich als Herdenschutzhund entpuppt und alles anknurrt, was sich im Haus bewegt, oder der kleine, süße Schoßhund, der Besuch attackiert.

Seit Ende November hat die Hundetrainerin nicht mehr gearbeitet, weil da schon viel eingeschränkt worden ist. Jetzt darf sie also wieder, ganz offiziell.

Diese Regeln gelten in NRW

Um wirklich sicher zu sein, dass sie unter bestimmten Auflagen wieder arbeiten darf, fragte sie beim Dortmunder Ordnungsamt nach. Seit Veröffentlichung der neuen Corona-Schutzverordnung seien rund ein Dutzend Anfragen wie die von Andrea Wibbelt-Fälker beim Ordnungsamt eingegangen, das teilte Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage der Redaktion mit.

Einzeltraining draußen ist nach der neuen Verordnung erlaubt, jedoch nur mit medizinischer Maske.

Die Ruhr Nachrichten fragten ebenfalls nach den Regelungen für Hundeschulen. Stadtsprecher Maximilian Löchter sagt, dass Hundeschulen unter Paragraf 7 der Verordnung fallen und damit zu den außerschulischen Bildungsangeboten und nicht zum Sport, Paragraf 9, zählen. Während beim Sport ein Abstand von fünf Metern eingehalten werden müsse, reiche beim Hundetraining der übliche 1,50 Meter Abstand.

Hundetraining light

„Richtiges Arbeiten ist das noch nicht“, sagt Andrea Wibbelt-Fälker. Erstgespräche führe sie eigentlich immer vor Ort bei den Hundehaltern, um ein „Gefühl für das Umfeld“ zu kriegen. „Hundetraining ist eigentlich sehr intim. Man guckt hinter die Kulissen der Familien.“

Seit 22. Februar (Montag) darf Andrea Wibbelt-Fälker wieder arbeiten.
Seit 22. Februar (Montag) darf Andrea Wibbelt-Fälker wieder arbeiten. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Das dürfen Hundetrainer in NRW aber noch nicht. Stattdessen verabredet sich Andrea Wibbelt-Fälker seit der Öffnung ausschließlich draußen. „Einigen musste ich wegen der Regelung absagen.“ Bei Problematiken, die im Haus bestehen, könne sie unter den Bedingungen nur schwer helfen.

Auch die verpflichtende Maske könne ein Problem sein, weil Hunde auch die Mimik der Besitzer sehen müssen.

Trotzdem ist sie froh, dass es überhaupt wieder erlaubt ist.

Dass sie zunächst nur Hundetraining light anbieten könne, mache zwar nicht so viel Spaß, aber: „Ich bin niemandem deswegen böse. Ich will schließlich auch nicht krank werden.“

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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