Braucht Eving bald einen Hinweis auf freilaufende Kängurus? Jedenfalls sind die Tiere dort bereits häufiger unterwegs gewesen. © Montage Klose/ Foto Schaper
Tierische Ausbrecher

Känguru-Alarm in Dortmund: So lief die Wallaby-Jagd in Eving

Zwei ausgebüxte Kängurus hat die Feuerwehr in Dortmund wieder einfangen müssen. Es war nicht der erste Einsatz dieser Art.

Zwei Kängurus hüpfen durch einen Dortmunder Wald – dieser ungewöhnliche Anblick überraschte am Mittwoch Spaziergänger im Grävingholz in Eving. Die Feuerwehr konnte die Tiere schnell wieder in ihr Gehege zurücklotsen. Es war nicht der erste Streifzug von erkundungsfreudigen Beuteltieren im Dortmunder Norden.

Um 13.15 Uhr ging der erste Anruf von Fußgängern aus dem Grävingholz bei der Leitstelle der Dortmunder Feuerwehr ein. Wenig später klingelte auch bei Tim Ziemann das Telefon, der sich gerade bei einem beruflichen Termin in Witten aufhielt.

„Ich habe erst gedacht, das Haus brennt, auf gut Deutsch gesagt“, berichtet Ziemann. Doch er wurde schnell zur Einsatzleitung durchgestellt – die sich schon an seinem Grundstück in Brechten aufhielt. Allerdings zur Känguru-Jagd, nicht zum Feuerlöschen.

Denn Tim Ziemann hält und züchtet seit gut zehn Jahren Kängurus, genauer Wallabys, auf seinem Grundstück am Rande des Grävingholz. Sieben Tiere sind es derzeit, sechs braune und ein weißes. Zwei der braunen Wallabys waren durch ein beschädigtes Zaunelement ausgebüxt.

Ganz unschuldig, vielleicht auch etwas verlegen schaut das ausgebüxte Känguru in die Kamera. © Feuerwehr Dortmund © Feuerwehr Dortmund

Bereits im vergangenen Jahr waren zwei der braunen Beuteltiere entfleucht und hatten im Grävingholz für Aufsehen gesorgt. Eines der beiden Tiere ließ sich da sogar über Tage hinweg nicht einfangen, ehe es von allein wieder am Zaun des Geheges auftauchte. 2018 hatte es das weiße Wallaby in einen Swimmingpool in der Nachbarschaft verschlagen.

Diesmal konnte die Feuerwehr die beiden entwichenen Wallabys binnen zwei Stunden wieder auf ihre Weide bugsieren. „Letztes Jahr ist das in etwa um die gleiche Zeit herum passiert, da hatte es auch einen Sturm gegeben“, berichtet Tim Ziemann. Vergangenes Jahr war ein Baum umgestürzt und hatte ein Zaunelement beschädigt. Infolgedessen waren die Kängurus ausgebüxt.

Sturm beschädigt Zaunelemente der Känguru-Weide

Diesmal hätten sich in Folge des Sturms zwei Zaunelemente einfach „so gelöst“, sagt Ziemann. Da seien die Tiere dann drüber gesprungen. Er hatte den Schaden an der Umzäunung der weitläufigen Weide selbst gar nicht bemerkt und war umso überraschter, als ihn die Feuerwehr am Mittwoch kontaktierte.

Angst, dass den Tieren auf ihrem Streifzug etwas passieren könnte, hatte Tim Ziemann „weniger“: „Wenn die Tiere ausbrechen, ist es meist so, dass sie sich im Grävingholz aufhalten. Von Natur aus halten sie sich in der Regel in der Nähe des Geheges auf, wo sie ja auch die Futterstelle haben. Außerdem kommen sie in jede Richtung nicht so wirklich weit.“

Durch das Grävingholz und die Brechtener Heide sei das Gebiet relativ gut eingegrenzt, die nahe gelegene A2 wegen der Absperrungen kaum zu erreichen. Gefährlich werde es, wenn die Kängurus im Grävingholz durch nicht angeleinte Hunde aufgescheucht würden.

„Dann kommen die in Panik und dann besteht die Gefahr, dass die auf die Straße laufen“, erklärt Tim Ziemann. „Da habe ich dann schon Sorge.“

Mensch und Tier zu keiner Zeit in Gefahr

Mensch oder Tier seien aber nie in Gefahr gewesen, sagt Andreas Pisarski von der Pressestelle der Feuerwehr. „Die Tiere ließen sich relativ gut wieder in den Bereich ihres Geheges zurückdrängen“, berichtet er. „Es bestand zu keiner Zeit Gefahr für irgendwen.“

Känguru-Besitzer Tim Ziemann hat für die elf Einsatzkräfte der Feuerwehr, die vor Ort beteiligt waren, ein großes Lob parat. „Das war wirklich gut“, lobt Ziemann. „Ich habe mich auch bedankt, dass die so schnell draußen waren und die Tiere so schnell eingefangen haben. Das ist nicht selbstverständlich.“

Zumal unter den elf eingesetzten Feuerwehrleuten wohl niemand war, der bereits bei einem vorherigen Känguru-Ausbruch Erfahrung gesammelt hat, wie die Pressestelle der Feuerwehr mitteilt. Ob auf Tim Ziemann neben den Kosten für die Reparatur des Zauns noch weitere für den Einsatz hinzukommen, ist unklar.

Es müsse erst noch geprüft werden, ob der Einsatz kostenpflichtig gemacht werde, heißt es von der Pressestelle der Feuerwehr. Auch der Umfang eventueller Kosten könne daher noch nicht beziffert werden.

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Gebürtiger Dortmunder mit viel Liebe für den großen und kleinen Sport: Hauptsache, es rollt, tickt oder geht ordentlich vorwärts. Ob im Fernsehen, am Spielfeldrand oder selbst mit Ball und Rad unterwegs. Seit 2014 für Lensing Media im Einsatz, erst in Freier Mitarbeit, nun als Volontär.
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