Herbert Niehage und Claus Peiler von der Bürgerinitiative pro Kurler Bahnhof hoffen nach wie vor auf eine Rettung des denkmalgeschützten Gebäudes. © Andreas Schröter
Gebäude verfällt

Kurler Bahnhof: Anwohner schämen sich, dort Besuch zu empfangen

Der unter Denkmalschutz stehende Kurler Bahnhof verkommt mehr und mehr zum Schandfleck für den gesamten Stadtteil. Zwei Anwohner haben die Hoffnung auf ein Happy End noch nicht aufgegeben.

Der unter Denkmalschutz stehende Kurler Bahnhof verfällt zusehends. Der Eingangsbereich ist mit einer Holzplatte versperrt, das gesamte Gebäude über und über mit Graffiti verunziert.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative pro Kurler Bahnhof berichten, dass das Dach mittlerweile undicht ist, sodass Wasser ins Gebäude läuft – ein Umstand, der natürlich ebenfalls zum schnelleren Verfall der Gebäudesubstanz beiträgt. Es gibt Kurler, die sich schämen, Besuch von auswärts dort zu empfangen.

Herbert Niehage, der auch für die SPD in der Bezirksvertretung Scharnhorst sitzt, und Claus Peiler sind zwei, die sich in der Bürgerinitiative seit Jahrzehnten für den Erhalt des Jugendstil-Gebäudes einsetzen, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden ist.

Claus Peiler ist entsetzt über das Desinteresse, das die Deutsche Bahn an diesem an sich wunderschönen Bauwerk hat. Er sehe darin einen Verfall kultureller Werte, der um sich greife.

Am Kurler Bahnhof, der in der Kaiserzeit errichtet wurde, prangt noch immer das Preußische Flügelrund
Am Kurler Bahnhof, der in der Kaiserzeit errichtet wurde, prangt noch immer das Preußische Flügelrund. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Immer wieder war im Gespräch, dass die Bahn das Gebäude für einen symbolischen Euro verkauft, damit es ein Investor restauriert, um dort eventuell einen Gastronomiebetrieb zu eröffnen. Das scheiterte bislang an – wie es Niehage und Peiler nennen – „überzogenen Forderungen“ der Bahn.

So soll der neue Eigentümer erstens die Fernmeldeanlage auf eigene Kosten abbauen, die noch im Gebäude existiert – Kostenpunkt allein dafür 100.000 Euro -, zweitens möchte sich die Bahn ein Rückkaufrecht sichern für den Fall, dass die Gleisanlagen in diesem Bereich ausgebaut werden müssen und das Gebäude dafür abgerissen werden muss.

All das schreckt Investoren ab. Michael Pfingsten vom Fensterbahnhof Westhofen in Schwerte, der einer von diesen möglichen Investoren war, hat dazu einmal erklärt: „Ich gebe doch nicht geschätzt eine Million Euro für die Sanierung aus, nur um das Gebäude einige Jahre später wieder abgeben zu müssen.“

Nun deute sich jedoch an, so Claus Peiler, dass einer dieser Investoren möglicherweise doch Interesse habe. Näheres könne er dazu aber noch nicht sagen – auch keine Namen. Es würde jedoch helfen, wenn sich weitere Sponsoren oder auch Stiftungen fänden, die bereit sind, als finanzielle Förderer für den Bahnhof aufzutreten.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn teilt auf Anfrage mit: „Derzeit gibt es keine Pläne für einen Verkauf oder eine Sanierung des Bahnhofsgebäudes in Kurl.“

Was mit diesem Thema unmittelbar zusammenhängt, ist der Bahnhofsvorplatz. Die SPD im Stadtbezirk Scharnhorst fordert, dass die Stadt Dortmund ihn von der Bahn übernimmt, um daraus einen modernen Park & Ride-Parkplatz zu machen. Wie sehr der Bedarf dafür bestehen würde, sieht man bereits jetzt an der Vielzahl von Autos, die täglich im Bahnhofsumfeld parken.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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