Annette Hilcke verkauft seit elf Jahren Mode an der Bayrischen Straße. Da sie wegen des Lockdowns schließen musste, haben sie und ihr Mann sich etwas einfallen lassen. © Lydia Heuser
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Modeboutique in Dortmund-Eving bietet jetzt kontaktloses Shoppen an

Weil Modegeschäfte nicht öffnen dürfen, hat sich ein Laden an der Bayrischen Straße etwas einfallen lassen. Mit Hilfe von Social Media bringen die Inhaber ihren Kunden die Mode nach Hause.

Der zweite Lockdown trifft den Einzelhandel hart, auch das Ehepaar Hilcke muss kämpfen. Seit elf Jahren betreiben Annette und Bernd Hilcke an der Bayrischen Straße das Modegeschäft „H&H Fashion“.

Sie verkaufen dort Kleidung für Frauen, Accessoires und Mode für Kleinkinder. Das Geschäft ist beliebt, nicht nur wegen des Sortiments, sondern weil es bis zum Lockdown ein Treffpunkt war.

Vor Corona war das Geschäft ein beliebter Treffpunkt

„Eigentlich hatten wir die Sessel hier zusammengestellt, damit man sich auch mal gemütlich bei einer Tasse Kaffee hinsetzen und quatschen konnte“, meint die Inhaberin Annette Hilcke. Aber das sei seit Corona ja nicht mehr möglich.

Seit sie nach dem ersten Lockdown wieder öffnen durften, stehen die Sessel im Geschäft verteilt mit viel Abstand zueinander.

Doch rein darf seit Mitte Dezember eh niemand mehr. „Wir hatten die Winterware gerade erst bestellt. Und die vom Sommer haben wir ja auch noch hier.“ So wie den Hilckes geht es vielen Einzelhändlern – ihnen droht, auf der Ware sitzen zu bleiben.

Die Winterware hatte Annette Hilcke vor Weihnachten und vor dem Lockdown bestellt.
Die Winterware hatte Annette Hilcke vor Weihnachten und vor dem Lockdown bestellt. © Lydia Heuser © Lydia Heuser

Vor allem Stammkunden haben aber offenbar Sehnsucht nach neuer Kleidung und haben deshalb gefragt, ob es denn nicht andere Möglichkeiten gebe, bei H&H Fashion zu kaufen.

Vor Corona organisierte das Ehepaar auch Modenschauen in Seniorenheimen oder bestellte Kleidung auf Wunsch der Kunden – die Hose mit Gummizug oder eine kürzere Beinlänge. Die Hilckes bieten Kleidung im „unteren Preissegment“ an – es gibt Oberteile für 23,90 Euro oder auch Winterjacken für knapp 60 Euro.

Mit Social Media dem Lockdown trotzen

Das Ehepaar nahm sich die Idee der Kunden zu Herzen und legte noch am Wochenende los. Die Idee: kontaktloses, virtuelles Shoppen. „Am Wochenende habe ich eine Fotoecke eingerichtet und verschiedene Outfits mit meinem Smartphone fotografiert“, erklärt Annette Hilcke.

Die Bilder hat sie dann in den Status von Whatsapp gestellt, sodass jeder, der ihre Handynummer hat, sich die Mode bequem vom Sofa aus anschauen kann.

Über Facebook posteten die Ladeninhaber zusätzlich, dass sie ab sofort kontaktloses Einkaufen anbieten. „Solltet Ihr etwas in unserem Schaufenster sehen, ruft mich gerne an.“

So läuft der Verkauf

Das Geld sollten die Kunden passend parat haben, wenn sie ihre neuen Kleidungsstücke am Laden zur vereinbarten Zeit abholen. „Ich sage auch immer, dass sie eine Tasche mitbringen sollen, in die sie dann das abgezählte Geld legen“, so die Inhaberin.

Die Tasche kann sie dann an der Tür entgegennehmen, den Betrag rausnehmen und die Ware reinlegen. Als Dankeschön gibt es für die Kunden eine FFP2-Maske gratis dazu.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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