Novemberhilfe? Fitnessstudio-Inhaber hat noch keinen Cent gesehen
Wer neben Gastronomie-Betrieben und Künstlern am meisten unter der Corona-Krise leidet, sind zum Beispiel auch Fitnessstudios. In Eving trifft das unter anderem Holger Kopp, der gemeinsam mit seiner Mutter Elfie Kopp ein Fitnesscenter an der Gewerbeparkstraße 3 betreibt.
„Seit Beginn der Corona-Krise im Frühling 2020 habe ich 50 Prozent meiner Kunden verloren“, sagt er. Natürlich könne man das auch positiv formulieren: Immerhin die Hälfte seiner Kunden bleiben bei der Stange und zahlen weiterhin ihren Monatsbeitrag, obwohl das Studio seit Anfang November geschlossen hat und nun mit Sicherheit nicht vor dem 1. Februar wieder eröffnen wird. „Und ob das Training dann wirklich wieder möglich ist, ist ja noch gar nicht klar“, sagt Kopp, „wir können schließlich nicht in die Glaskugel gucken.“
Was ihn massiv ärgere, sei, dass von den versprochenen November- und Dezember-Hilfen noch kein Cent auf seinem Konto angekommen sei. Er überlebe derzeit nur, weil er finanzielle Hilfe aus dem familiären Kreis bekomme und sein Vermieter ihm demnächst mit der Miete entgegenkommen werde.
Dennoch: Die Miete – oder zumindest ein Teil davon – für die 500 Quadratmeter großen Räume muss weiter bezahlt werden. Gleiches gelte für Leasing-Raten für einige der Fitnessgeräte. Bisher jedoch habe er es noch vermeiden können, einen Kredit aufnehmen zu müssen.
400-Euro-Kräfte können nicht weiterbezahlt werden
Im ersten Lockdown habe er seine 450-Euro-Kräfte – Rentner und Nebenberufler – noch weiterbezahlen können, sagt Holger Kopp. Das sei nun leider nicht mehr möglich. Weitere Angestellte, die er in Kurzarbeit schicken könnte, habe er nicht.
Problematisch ist für ihn auch der Zeitpunkt des Lockdowns. Die Wintermonate sind es, in denen die Menschen vermehrt ins Fitnesstudio gehen. Besonders im Januar kommen all diejenigen, die sich den Weihnachts- und Silvesterspeck abtrainieren wollen und mit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten.
Im Frühling und Sommer gibt es traditionell viel weniger Fitnessstudio-Kunden. Deshalb sei die Zukunft seiner Einrichtung mit einem Fragezeichen versehen. Unklar sei, ob es ihm gelingen werde, die verlorenen Kunden zurückzuholen.
Und eine Besonderheit gerade dieses Studios werde jetzt zum Nachteil: Kopp nimmt nur Kunden ab 30 Jahren an. Er habe zudem auch etliche Senioren weit über 70 unter seinen Kunden. Und die gehören natürlich jetzt zur Risikogruppe, die Angst hat sich zu infizieren.
Dennoch, so Kopp: „Wir öffnen, sobald es wieder geht.“ An eine Aufgabe seines Geschäftes habe er bisher noch nicht gedacht. Schließlich müsse er auch in Zukunft seine Familie ernähren.