Meik Hibbeln und Ingo Plettner (v.l.) vom Evinger Gewerbeverein machen sich Gedanken zur Zukunft des Reals - und präsentieren auf dem Tablet etwas, dass Händlern helfen könnte. © Andreas Schröter
Evinger Mitte

Real-Schließung: Eving könnte Markthalle wie in Rotterdam bekommen

Wie geht es in der Evinger Mitte weiter, wenn der Real geschlossen ist? Darüber macht sich nun auch der Gewerbeverein Gedanken. Inspiration holte sich dessen Vorsitzender aus Rotterdam.

Auch der Gewerbeverein Eving macht sich Gedanken zur großen Real-Verkaufsfläche in der Evinger Mitte für die Zeit, nachdem die Filiale ab Ende September geschlossen ist. Vorsitzender Meik Hibbeln könnte sich eine Art Markthallenkonzept mit vielen kleinen Läden vorstellen. Dann sei auch die Miete für den Einzelnen zu schultern.

Er habe so etwas neulich in Rotterdam gesehen und sei ganz angetan davon. Man könne von einem zum anderen Laden schlendern. So etwas könne sich ja über beide Etagen des Gebäudes erstrecken. Im Idealfall komme noch eine Außengastronomie auf dem Evinger Platz hinzu. Und mit der Stadtbahn-Station direkt vor der Tür sei es verkehrlich bestens erschlossen.

Wie geht es ab Oktober mit dem Real weiter? Diese Frage stellt sich derzeit ganz Eving
Wie geht es ab Oktober mit dem Real weiter? Diese Frage stellt sich derzeit ganz Eving. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Denkbar in dieser Hinsicht sei vieles – zum Beispiel, dass eine solche Markthalle gar nicht unbedingt an allen Tagen geöffnet haben müsse. Auch eine enge Verzahnung mit dem Evinger Wochenmarkt sei doch möglich. Und Vorstandsmitglied Ingo Plettner sähe darin insgesamt eine Aufwertung für Eving, die vielleicht auch Kunden von weiter weg anlocken könnte.

Sanierung notwendig

Beide Gewerbetreibende sind sich aber einig, dass das Gebäude zuvor saniert werden müsste. Denn wichtig sei, so Plettner, eine Wohlfühlatmosphäre für die Kunden zu kreieren. „Wenn ich jetzt mit dem Laufband dort hochfahre, habe ich immer ein komisches Gefühl“, sagt er. Die spätere Aufteilung für mehrere Läden sei dann kein Problem mehr. „Das ist mit ein paar Trennwänden gemacht“, sagt Hibbeln.

Und noch etwas anderes treibt den Gewerbeverein um: Die aktuelle Corona-Situation zerre an den Nerven der Evinger Einzelhändler, wie er aus vielen Gesprächen wisse, sagt Meik Hibbeln. Am schlimmsten sei dabei die Unsicherheit nicht zu wissen, wann es wieder losgehen könne.

Auch wenn viele Händler es mit dem Online-Handel versuchen, könne das Internet die persönliche Beratung vor Ort nicht ersetzen. Dabei gehe es auch schlicht um Kontakte und Kommunikation. Er kenne viele Menschen, denen schlicht der tägliche Austausch mit anderen fehle.

Gutscheinsystem soll Händlern helfen

Die Mittel eines Gewerbevereins hier zu helfen, seien natürlich begrenzt, aber immerhin haben die Evinger ein Gutscheinsystem ins Leben gerufen. Mit diesen Gutscheinen, die auf der Website des Vereins angeboten werden, kann man bei teilnehmenden Mitgliedern bezahlen. Auch Teilbeträge sind möglich. Man kann die Gutscheine, die ich auch prima als Geburtstagsgeschenk eignen, ausdrucken und aufs Handy laden. Meik Hibbeln will nun ein halbes Jahr abwarten, wie das bei den Evingern angenommen wird.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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